1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Neun-Euro-Ticket in Hessen: Auf Bus oder Bahn umgestiegen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jutta Rippegather

Kommentare

Einer der Streitpunkte: die Finanzierung des Neun-Euro-Tickets.
Einer der Streitpunkte: die Finanzierung des Neun-Euro-Tickets. © Christoph Soeder/dpa

Eine Umfrage zum Neun-Euro-Ticket gibt wichtige Hinweise. Kapazitäten müssen ausgebaut werden und 49 Euro könnten zu teuer sein.

Das Neun-Euro-Ticket hat in Nordhessen viele Menschen dazu bewegt, das Auto stehenzulassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Studie des Nordhessische Verkehrsverbunds (NVV) und der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG). Die Frage einer Nachfolgelösung steht unter anderem beim Bund-Länder-Treffen am Donnerstag auf der Tagesordnung.

Preis ausschlaggebend

Befragt wurden in dem Onlineverfahren mehr als 1700 Menschen in Nordhessen. Ein Drittel nutzt regelmäßig Bus und Bahn, besitzt ein Abonnement oder Jobticket. Der Rest hatte das Neun-Euro-Monatsticket explizit gekauft – mehr als drei Viertel für alle drei Monate Juni, Juli und August. Das Rabattangebot war Teil des ersten Entlastungspakets des Bundes. Die Befragten nutzten es für Einkäufe und Erledigungen, für Wege zu Arbeit oder Schule sowie für Freizeitfahrten. Hauptargument für den Kauf war der günstige Preis. Auf dem zweiten Platz rangiert „Verzicht auf den PKW“ und „Umwelt schützen“. Auto und Motorrad wurden deutlich seltener genutzt, Fahrrad oder Fernzüge wie gehabt.

Preis ausschlaggebend

Die Stammkundschaft störte sich in der Aktionszeit mehr an vollen Zügen und Bahnhöfen als die Neulinge. Daraus folgern NVV und KVG, dass ein günstiges Ticket alleine nicht ausreicht. Notwendig sei auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, damit Busse und Bahnen bei einer dauerhaft höheren Anzahl von Fahrgästen genügend Kapazitäten aufweisen.

Eine Mehrheit der Befragten (58 Prozent) fand den Preis des Neun-Euro-Tickets „angemessen“. 38 Prozent bewerteten ihn als „zu günstig“. Auf die Frage „Wie viel dürfte ein Monatsticket mit dem gleichen Leistungsumfang maximal kosten?“ hielten 28 Prozent einen Betrag von weniger als 26 Euro für angemessen, 20 Prozent einen Preis zwischen 26 und 30 Euro. Lediglich 12 Prozent der Befragten nannte die Preisspanne 41 bis 50 Euro – in der sich das vom Bund angekündigte 49-Euro-Ticket bewegt. jur

Auch interessant

Kommentare