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Masken und Tests werden wohl noch länger den Schulunterricht begleiten - solange nicht genug Menschen geimpft sind.
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Masken und Tests werden wohl noch länger den Schulunterricht begleiten – solange nicht genug Menschen geimpft sind.

Schule

Neues Schuljahr in Hessen: Kleinere Klassen, Lüfter und Corona-Impfung

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Der Elternbeirat Hessen, die Lehrergewerkschaft GEW und die hessische Schülerschaft fordern mehr Sicherheit an Schulen. Die Corona-Impfung könnte helfen.

Frankfurt - Der Landeselternbeirat, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Landesschüler:innen-Vertretung haben am Dienstag (14.09.2021) eine erste Bilanz zum Start ins neue Schuljahr gezogen. Einhellig begrüßten sie das Vorhaben des hessischen Kultusministeriums, Präsenzunterricht für alle anzubieten. Zugleich bemängelten sie eine unzureichende Ausstattung für einen sicheren Schulbetrieb und das Fehlen eines Plans B für den Fall, dass die Corona-Pandemie die Absicht, durchgängig in den Klassenräumen zu unterrichten, zunichte mache.

Landesschulsprecherin Jessica Pilz warf Kultusminister Alexander Lorz (CDU) vor, in den Sommerferien keine Konzepte für einen möglicherweise nötigen Wechselunterricht erarbeitet zu haben. „Nur Präsenzunterricht zu planen, ist ein Wiederholungsfehler“, sagte sie. Zudem sei an den Schulen nach den Ferien „alles beim Alten“. Es gebe nicht genügend Luftfilteranlagen, es fehlten Desinfektionsmittel-Spender und kostenlose Masken für die Schülerinnen und Schüler, um den Präsenzunterricht sicherer zu machen.

Schule und Corona in Hessen: Kultusminister Lorz sieht sich Vorwurf der „Verharmlosung“ gegenüber

Volkmar Heitmann, Vorsitzender des Landeselternbeirats, warf dem Kultusminister „Verharmlosung“ vor. Dieser berichte von einer geringen Zahl positiver Testergebnisse in den ersten beiden Schulwochen und vergleichsweise wenigen Quarantänefällen. „Schulen sind zwar keine Infektionsherde, sie sind aber auch keine Horte der Glückseligkeit“, sagte Heitmann. Man müsse davon ausgehen, dass die Inzidenzen steigen werden. „Für diesen Fall aber gibt es keinen Plan“, kritisierte er.

Wenig Positive Tests

3,1 Millionen Corona-Tests sind an den hessischen Schulen in den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahrs
gemacht worden.

2400 Tests waren laut Kultusministerium zunächst positiv, nach Überprüfung mit einem PCR-Test blieben 1400 positive Fälle.

761 500 Schülerinnen und Schüler besuchen in Hessen 1806 öffentliche Schulen. Es gibt im Land 55 540 Lehrerstellen. dpa

„Wir haben eine mangelhafte Ausstattung, es fehlen Konzepte. Wieder mal“, beklagte Birgit Koch, Ko-Vorsitzende der GEW Hessen. Kritik übte sie auch am Förderkonzept „Löwenstark“ des Kultusministeriums, mit dem coronabedingte Rückstände bei der Schülerschaft aufgeholt werden sollen. Es müsse viel größeres Augenmerk auf das soziale Lernen gelegt werden. „Sport, Musik, Kunst, Darstellendes Spiel, das ist wichtig, um Gemeinschaftserlebnisse zu schaffen“, forderte sie.

Um versäumten Lernstoff nachzuholen, müsse in kleinen Lerngruppen gearbeitet werden. Dazu seien Doppelbesetzungen mit Pädagog:innen in den jeweiligen Klassen nötig. Dies müsse im Schulalltag erfolgen und nicht als Nachhilfeunterricht am Nachmittag, so Koch. Das Kultusministerium müsse dafür zusätzliches Personal einstellen. Es gebe rund 2000 ausgebildete Lehrkräfte auf der Rangliste des Landes, die noch keine Anstellung hätten. Diese müssten eingesetzt werden, forderte die GEW-Vorsitzende.

Schule in Hessen: Corona-Impfung kann zu sicherem Präsenzunterricht beitragen

Auch Landesschulsprecherin Pilz mahnte mehr Personal in den Schulen an. Vor allem müsse die Schulsozialarbeit ausgebaut werden, forderte sie. Dies sei nötig, weil die Belastungen für Schülerinnen und Schüler in den vergangenen 18 Monaten wegen der Corona-Pandemie stark gestiegen seien.

Elternsprecher Heitmann appellierte an die schwarz-grüne Landesregierung, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Verkleinerung der Grundschulklassen umzusetzen. Der Landeselternbeirat fordere die Umsetzung dieses Punktes. In der Pandemie habe sich im Wechselunterricht gezeigt, dass durch eine Aufteilung der Klassen eine intensivere Betreuung der einzelnen Kinder sowie das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse ermöglicht worden sei. Dies habe verhindert, dass noch größere Lernrückstände entstanden seien.

Impfen, so Heitmann, könne zu einem sicheren Präsenzunterricht beitragen. Niederschwellige Angebote wie Impfbusse an Schulen außerhalb der Unterrichtszeit seien zu begrüßen, allerdings dürfe die Schule keinen Druck ausüben. Impfen sei der richtige Weg, sagte auch Jessica Pilz, betonte aber ebenfalls zugleich die Freiwilligkeit. Birgit Koch sagte, es könne auch in Schulen Impfangebote geben, allerdings nur dort, wo – wie etwa in Berufsschulen – die Schüler:innen volljährig seien. (Peter Hanack)

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