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Walter Seubert (l.).

Personalie

Kompetent, aber unscheinbar

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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  • Pitt v. Bebenburg
    Pitt v. Bebenburg
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Walter Seubert trat weder als Politiker noch als Polizeivize in Frankfurt besonders laut auf. Seine Berufung zum Rektor an der Polizeihochschule wird nun zum Politikum.

Bis vor einigen Jahren gab es im Satiremagazin „Titanic“ die beliebte Rubrik „Unterschätzte Politiker“. Der CDU-Mann Walter Seubert wurde dort nie aufgeführt. Dabei wäre er in seiner Zeit als Stadtverordneter durchaus passend dafür gewesen.

Seubert, 46 Jahre alt und wie fast alle wichtigen Frankfurter CDU-Leute im Norden der Stadt wohnhaft, kümmerte sich im Römer von 2001 bis 2015 um Sicherheitspolitik. Kaum ein Thema ist den Christdemokraten so wichtig. Auf der anderen Seite müssen sie vor allem in Koalitionen mit den Grünen in keinem anderen Ressort derart viele Abstriche machen.

So kämpfte Seubert den Kampf, den nun der sicherheitspolitische Sprecher Christoph Schmitt ausficht: Gegenüber den eigenen Wählerinnen und Wählern musste er Härte zeigen und gleichzeitig vermitteln, warum sich die CDU etwa beim Thema Videoüberwachung längst nicht vollumfänglich durchsetzen konnte. Ein schwieriger Spagat, der ihm aber durchaus gelang. Seubert bewies Kompetenz. In der CDU war und ist er beliebt.

Akademie und Hochschule: Beide Institutionen haben ihren Hauptsitz am gleichen Standort in Wiesbaden.

Im Vergleich zu Schmitt trat Seubert zurückhaltend auf. Selten suchte er die Öffentlichkeit, um härteres Durchgreifen gegen Linksradikale, Hausbesetzer:innen oder Drogendealer:innen zu fordern. Im Parlament war er aber für den einen oder anderen scharfen Spruch gut. Das Institut für vergleichende Irrelevanz (IVI) im Kettenhofweg nannte er „Zentrum linker Krawallmacher“.

An die Spitze von Partei oder Fraktion schaffte es Seubert, obwohl redegewandt und gut vernetzt, nicht. Aber dem Juristen fehlte für eine klassische CDU-Karriere wohl der Ehrgeiz. Seit 2003 war er Landesbeamter, arbeitete im Innenministerium und legte eine beachtliche Laufbahn hin, die ihn 2015 als Vizepräsident zur Frankfurter Polizei führte. Als Jurist ergänzte er sich mit dem gelernten Polizisten Gerhard Bereswill und kümmerte sich intensiv um die Zusammenlegung von Revieren.

Ambitionen, den 63 Jahre alten Bereswill in einigen Jahren als Polizeipräsident zu beerben, wurden zumindest öffentlich nicht bekannt. Mit dem Wechsel an die Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung erledigten sich solche Überlegungen ohnehin. In der Hochschule sei er „sehr freundlich aufgenommen“ worden, sagte Seubert der FR. Es fühle sich ein bisschen an wie nach Hause zurückzukehren. Der Jurist war dort 2011 und 2012 als Kanzler, also Verwaltungschef, tätig gewesen. Zu den Fragen um seine Berufung wollte er sich nicht äußern. Dafür seien andere zuständig.

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