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In Sachen Corona-Regeln gibt’s schon wieder Neuerungen.
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In Sachen Corona-Regeln gibt’s schon wieder Neuerungen.

Corona

Neue Corona-Regeln für Hessen: Ohne Maske ins Konzert

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Das Land beschließt mehr Freiheiten bei 2G-Veranstaltungen. Indikator ist jetzt die Lage an Kliniken, und zwar landesweit.

Wiesbaden - Die Sieben-Tage-Inzidenz als wichtigste Richtschnur hat ausgedient. Woran sich die Corona-Politik in Hessen künftig vor allem ausrichtet, ist die Situation in den Krankenhäusern. Die Lohnfortzahlung in der Quarantäne für Ungeimpfte entfällt, aber erst am 1. November, damit noch Zeit bleibt, sich impfen zu lassen. In Gastronomie, Kulturveranstaltungen, Frisiersalons oder Geschäfte können nur Geimpfte und Genesene zugelassen werden - dann ohne Maskenpflicht und Abstandregeln.

Das sind die Eckpunkte der Beschlüsse des Corona-Kabinetts, die Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag in Wiesbaden vorstellten. Damit setzt die Landesregierung um, wofür Bundestag und Bundesrat angesichts des Impffortschritts in der vergangenen Woche die Weichen gestellt haben. Die neue Verordnung gilt von Donnerstag an für vier Wochen. Das Betrachten der Situation in den Krankenhäusern erfolgt landesweit. Es gibt keinen strengen Plan, wie auf einen Anstieg der Covid-Fälle dort zu reagieren ist. Zum Systemwechsel gehört auch, dass die Gesundheitsämter sich bei der Kontaktverfolgung auf die vulnerablen Gruppen konzentrieren sollen.

Neue Corona-Regeln für Hessen im Detail

Die 3G-Vorgaben gelten landesweit wie gehabt nicht in Behörden, beim ÖPNV oder bei anderen notwendigen Tätigkeiten. Wohl aber in Innenbereichen von Veranstaltungen, Freizeiteinrichtungen, Museen, Sportstätten, Gaststätten (außer Betriebskantinen) und bei sogenannten körpernahen Dienstleistungen. Neu: Auch Mitarbeitende müssen einen Negativnachweis vorlegen. Der Betrieb bietet zweimal wöchentlich Tests an. In Übernachtungsbetrieben sind Negativnachweise bei Anreise, danach zweimal wöchentlich erforderlich. Draußen fällt die 3G-Pflicht bei Veranstaltungen mit weniger als 1000 Gästen weg. Es muss ein Abstands- und Hygienekonzept vorliegen.

Das 2G-Optionsmodell ermöglicht Veranstalter:innen und privaten Betreiber:innen, ausschließlich Geimpfte und Genesene einzulassen. Auch das Personal muss sich an 2G halten. Es können wesentliche Einschränkungen entfallen.

Kontaktdatenerfassung ist lediglich in Einrichtungen mit besonders gefährdeten Personen notwendig. Das betrifft insbesondere Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeheime, außerdem in Diskotheken und Bordellen – sowohl bei 3G als auch 2G.

Mehr Information

zur neuen Verordnung im Internet unter: hessen.de

Die Situation in den Kliniken ist Hauptindikator. Es gibt ein zweistufiges Eskalationskonzept, in das zwei Werte einfließen. Der erste ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Personen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wegen einer Corona-Erkrankung landesweit im Krankenhaus neu aufgenommen wurden. Stufe 1 wird relevant, wenn der Wert über acht steigt, Stufe 2 bei mehr als 15. Am Dienstag betrug die Inzidenz 2,51. Der zweite Maßstab sind die belegten Covid-Intensivbetten: Am Dienstag waren es hessenweit 146 , darunter zehn Verdachtsfälle. Stufe 1 tritt in Kraft, wenn die Zahl der Intensivpatient:innen über 200 liegt. Dann kann es zu „weitergehenden Maßnahmen“ kommen - etwa Testnachweis nur noch mittels PCR oder eine Ausweitung der 3G-Regel. Stufe 2 kommt zum Tragen, wenn die Zahl der Intensivpatient:innen über 400 liegt. Die Folge wären zusätzliche Schritte - etwa Zugang nur noch mit 2G. Weitere Kriterien: Impfquote und Neuinfektionen.

Für Kinder und Jugendliche in Schulen und Kitas ändert sich nichts. Zwölfjährige und jüngere können an allen Veranstaltungen ohne Impfung teilnehmen. Schulpflichtige zeigen ihr Schultestheft als Negativnachweis, der auch an Wochenenden gilt. In Schulgebäuden müssen sie außer am Sitzplatz eine medizinische Maske tragen. Es bleibt bei schärferen Regeln nach den Ferien oder bei einem größeren Ausbruch in der Schule.

Von Quarantäne sind Geimpfte und Genesene grundsätzlich befreit. Infizierte und ihre Haushaltsmitglieder müssen für 14 Tage in Quarantäne. Kinder sowie Schüler:innen können sich am Tag sieben freitesten. (Jutta Rippegather)

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