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Das Bistum Limburg, hier der Dom, ist auch für den größten Teil Frankfurts zuständig.
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Das Bistum Limburg, hier der Dom, ist auch für den größten Teil Frankfurts zuständig.

Kirche

Mitgliederschwund: Die Kirchen in Hessen müssen sparen

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Die Einnahmen schwinden ebenso wie die Zahl der Mitglieder. Nicht nur wegen des Missbbrauchsskandals. Deshalb gibt es immer weniger Pfarrstellen. Auch Gebäude werden verkauft.

Die Ausgangslage ist nahezu identisch. Beide große christliche Konfessionen, die Protestanten und die Katholiken, haben mit massivem Mitgliederschwund zu kämpfen. Und – damit einhergehend – einem deutlichen Rückgang an Einnahmen, vor allem an Kirchensteuern. Sowohl das katholische Bistum Limburg als auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind seit geraumer Zeit dabei, sich für diese Zukunft zu wappnen.

„ekhn2030“ ist der Name für den Prozess, mit dem die Evangelische Kirche ihre Weichen für die Zukunft stellen will. Dieser läuft seit 2019. Im Jahr 2030 wird die EKHN noch rund 1,2 Millionen Mitglieder haben, heute sind es rund 1,5 Millionen, und entsprechend weniger Einnahmen. Bis 2060 soll sich die Mitgliederzahl laut der sogenannten Freiburger Studie sogar halbieren. Die Ausgaben sollen dementsprechend bis 2030 von aktuell rund 700 Millionen Euro um 20 Prozent, also um 140 Millionen Euro, auf dann noch 560 Millionen verringert werden.

Dass man dabei um „sehr schmerzliche Fragen“ nicht herumkomme, weiß auch Kirchenpräsident Volker Jung. Für den Finanzverwalter der EKHN, Heinz Thomas Striegler, ist klar, dass es bei den Einsparungen auch um eine „Generationengerechtigkeit“ gehe, schließlich könnten künftige Generationen nicht für Verpflichtungen einstehen, die die heutige Generation eingehe.

Die EKHN will deshalb die Anzahl ihrer Pfarrstellen reduzieren und auch Immobilien abgeben, die ohnehin für die schrumpfende Zahl der Gläubigen nicht mehr alle gebraucht werden.

Das gilt auch für die von der Kirche getragenen Kindertagesstätten. Mehrere Tagungsstätten wurden bereits aufgegeben, auch das Bibelmuseum in Frankfurt stand zeitweise zur Disposition, soll nun aber mit verringertem finanziellen Aufwand weiter bestehen bleiben.

„Handlungsfähig bleiben“ ist das Motto im Bistum Limburg. Auch dort werde die Kirchensteuer spürbar zurückgehen, sagte Finanzdezernent Thomas Frings. Der aktuelle Haushaltsplan für 2020 hat ein Volumen von 299 Millionen Euro, das sind rund drei Millionen Euro weniger (minus ein Prozent) als im Vorjahr. Auch hier zielt die langfristige Finanzplanung darauf ab, auf Dauer mit weniger Geld auskommen zu können.

Gespart werden soll unter anderem auch hier bei den Pfarrstellen. Es gibt seit einigen Jahren Fusionen von Pfarreien zu sogenannten Pfarreien neuen Typs. Diese umfassen mehrere alte Pfarrbezirke, sie werden aus mehreren Kirchengemeinden gebildet. Bis zum Jahr 2023 soll der Stand von 49 Großpfarreien im Bistum Limburg erreicht sein, Anfang 2019 waren es noch 86 eigenständige Pfarreien.

Eine Haushaltssperre wurde in Limburg bislang noch nicht eingeführt, zumal aktuell die Einnahmen noch vergleichsweise hoch sind. Allerdings werden dort sämtliche Ausgaben von mehr als 10 000 Euro überprüft und generell alle Ausgaben auf das Notwendigste reduziert.

Die Mitgliederzahl der Kirchen sinkt, auch in Frankfurt gibt es immer mehr Kirchenaustritte. Die Kirchen müssen sparen. Die Folgen sieht man in Frankfurt, wo eine Initiative gegen den Abriss eines Kirchenbaus kämpft, und in Darmstadt: Dort ringen Dekanate um dass Überleben und neue Strukturen.

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