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Hessen

Mehr Polizeieinsätze in der Erstaufnahme in Gießen

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Die Zahl der Straftaten in der hessischen Flüchtlingsunterkunft in Gießen nimmt zu. Unterstützergruppen der Flüchtlinge fordern Gewaltschutz ein.

Die Stimmung in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen ist angespannt. Die Polizei muss immer häufiger dorthin ausrücken. Das hat das Polizeipräsidium Mittelhessen der Frankfurter Rundschau bestätigt.

Danach gab es im vergangenen Jahr 905 Einsätze. Im Jahr 2019 seien es noch 451 gewesen und 2018 nur 330. Dabei handele es sich ausschließlich um Ad- hoc-Einsätze. „Planbare Einsätze wie Abschiebungen, Durchsuchungen und andere Maßnahmen sind damit nicht erfasst“, teilte ein Sprecher des Präsidiums mit. Die Zahl der Straftaten liege mit 584 Fällen zwar niedriger als 2017 (647 Fälle), aber höher als 2018 und 2019.

In Gießen sind knapp 2000 Menschen untergebracht, die in Hessen einen Asylantrag gestellt haben. Sie müssen bis zu 18 Monate dort zubringen. „Aufgrund der coronabedingten Beschränkungen, der nahezu maximalen Auslastung der Belegungskapazitäten und der räumlichen Gegebenheiten ist ein gereiztes Stimmungsbild nicht von der Hand zu weisen“, stellt die Polizei fest. Hinzu komme aktuell der Ausfall von Beratungsangeboten, der Wegfall von Integrationskursen und anderer Beschäftigungsmöglichkeiten.

Eintöniges Leben

Auch Angaben aus dem hessischen Sozialministerium geben einen Hinweis darauf, dass das Leben in der Pandemiezeit noch eintöniger geworden ist als zuvor. So seien Deutschkurse phasenweise ausgesetzt worden, „zur Vermeidung eines Covid-19-Ausbruchs an den Standorten und unter Beachtung der diesbezüglichen Verordnungen des Landes Hessen“, heißt es aus dem Ministerium.

Das gelte auch für Sport- und Freizeitangebote. Wenn die Verordnung des Landes oder die Verfügung des Landkreises sie untersage, würden „Selbstlern- und Beschäftigungsmaterialien an die Bewohnerinnen und Bewohner ausgehändigt“. Beim Unterricht sehe es ähnlich aus: „Die Beschulung von Kindern wurde, sofern Präsenzunterricht nicht möglich war, mittels Arbeitsmaterialien fortgesetzt.“

Polizeibedienstete hatten sich wegen der Häufung von Straftaten und Auseinandersetzungen in der Einrichtung an Medien gewandt. Sie führten die Entwicklung auch darauf zurück, dass Mitglieder krimineller Banden, insbesondere von Männern aus Nordafrika, einzögen.

Unterstützergruppen sehen mit Sorge, dass Bewohner:innen ihre Zimmer nicht abschließen können. Bis heute gebe es kein wirksames Gewaltschutzkonzept beklagt Maria Bethke von der Diakonie Hessen. In dem geltenden Konzept seien weder Zimmerschlüssel noch Rückzugsräume vorgesehen.

Es sei „ein großes Problem, dass zu viele Leute zu lange an einem Ort sind, und zwar ziemlich perspektivlos“, sagt der Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrats, Timmo Scherenberg. Wichtig wäre aus seiner Sicht, die Menschen rasch auf Kommunen zu verteilen.

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