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Mehr Öko für Hessen

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Ministerin sieht Landwirtschaft auf gutem Weg / Opposition moniert Einseitigkeit

Viele Landwirtinnen und Landwirte in Hessen sind durchaus bereit, sich neuen Herausforderungen zu stellen. „Sie wollen tatsächlich nachhaltig werden,“ sagt Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne) am Mittwoch im Landtag. Und deshalb sei jetzt ganz Hessen Öko-Modellregion. Auch die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln sei groß. Die Landesregierung helfe den bäuerlichen Betrieben nicht alleine bei der Umstellung auf Öko, sondern verstärkt auch bei der Verarbeitung und Vermarktung ihrer Waren. Da gebe es noch Nachholbedarf.

„Ökomodell-Land Hessen: für eine gesunde und nachhaltige Landwirtschaft“: So lautet der Antrag, mit dem die schwarz-grüne Koalition eine Debatte über die Zukunft der Landwirtschaft in Hessen initiiert. Anlass für Ministerin Hinz, sich selbst ein gutes Zeugnis auszustellen. Das gibt sie offen zu: „Wir haben schon viel erreicht. Das kann man im Landtag auch mal deutlich machen.“

Gernot Grumbach von der SPD freut sich, dass auch die Union das Thema Öko-Landwirtschaft für sich entdeckt hat. „Nur aus Selbstlob“, mahnt der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, „entstehen aber noch keine nachhaltigen Veränderungen.“ Und verweist auf den gerade veröffentlichten Bericht der Zukunftskommission Landwirtschaft, der wertvolle neue Hinweise liefere. „Wir müssen eine Balance finden zwischen dem Spagat von schnell voranschreitenden Transformationsprozessen auf der einen Seite und Änderungen, die einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen“, stellt Grumbach fest. „Es ist zu kurz gedacht, wenn man sagt, dass die konventionelle Landwirtschaft per se schlecht ist.“

Der FDP ist die Politik der Umweltministerin ebenfalls zu einseitig auf Öko ausgerichtet. Wiebke Knell hält nichts von dem „planwirtschaftlichen Ziel“, dass ein Viertel der Agrarfläche bis 2025 ökologisch bewirtschaftet werden soll. „Die Produktion von Gütern folgt der Nachfrage, und nicht umgekehrt.“ Schon jetzt müssten Biobetriebe ihr Getreide zu konventionellen Preisen verkaufen, weil sie keine Abnehmer fänden. „Viel wichtiger für uns ist die Regionalität“, sagt die landwirtschaftliche Sprecherin der FDP. „Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Lebensmittel ökologisch oder konventionell erzeugt werden.“ Hinz kümmere sich nicht um die wahren Probleme der Betriebe, die etwa durch das Insektenschutzgesetz oder die Düngeverordnung entstanden seien.

Linken-Abgeordnete Heidemarie Scheuch-Paschkewitz fordert die Grünen auf, das weitere Zubetonieren wertvoller Ackerböden zu stoppen; etwa für den Bau von Logistikzentren. Auch brauche es mehr als Appelle: „Die Klimakrise erfordert eine deutlich schnellere Agrarwende, als sie durch Anreizprogramme, verändertes Konsumverhalten und freiwillige Zugeständnisse der Agrarindustrie zu erreichen ist.“

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