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Mehr Menschen in Hessen stehen unter einer Betreuung

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Von: Peter Hanack

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Demenz und Alzheimer sind keine Krankheiten, die nur bei älteren Menschen auftreten. Auch jüngere können daran erkranken.
Demenz und Alzheimer sind keine Krankheiten, die nur bei älteren Menschen auftreten. Auch jüngere können daran erkranken. Sie stehen mitten im Leben, wenn sie die Diagnose erhalten. © Arne Dedert/dpa

Die Betreuten erhalten mehr Mitspracherechte. Und das Land Hessen baut die Beratungsleistungen aus.

Rund 84 000 Menschen in Hessen werden von einem Betreuer oder einer Betreuerin unterstützt. Diese Zahl hat der hessische Justizminister Roman Poseck (CDU) anlässlich einer bundesweiten Änderung des Betreuungsrechts genannt, die mit Jahresbeginn in Kraft getreten ist.

In Hessen hat sich die Zahl der Betreuungsverfahren für Menschen, die ihre alltäglichen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können, in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Waren es 2017 noch rund 91 000, verzeichnete das hessische Justizministerium 2021 bereits 96 000 Verfahren. Der Anstieg sei auch auf die demografische Entwicklung zurückzuführen, so Poseck.

Es gibt einfach immer mehr ältere Menschen in Hessen. Deshalb gebe es auch immer mehr Menschen, die auf Unterstützung angewiesen seien. Dabei geht es beispielsweise um Fragen der Gesundheit, Renten, Versicherungen oder Wohnen.

Hilfe in Alltagsfragen

Zum 1. Januar ist in Deutschland ein neues Betreuungsrecht in Kraft getreten. Dadurch sind die Selbstbestimmungsrechte der betreuten Menschen und ihrer Angehörigen gestärkt worden. So soll die kontinuierliche Information, Beratung und Unterstützung von Familienangehörigen und den ehrenamtlich Engagierten ausgebaut und mit mehr Geld unterstützt werden. Zudem müssen sich alle Maßnahmen im Betreuungsverfahren an den konkreten Wünschen der betreuten Person orientieren.

„Im Rahmen der bisher freiwilligen Förderung haben wir im Jahr 2021 etwa 1,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt“, teilte Anne Janz (Grüne), Staatssekretärin für Soziales und Integration, mit. 2023 werde sich dieser Betrag verdoppeln und 2024 dann auf 3,2 Millionen und 2025 auf 4,2 Millionen Euro steigen.

Die rechtliche Betreuung betrifft Erwachsene, die aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst bewältigen können. 84 000 Hessinnen und Hessen sind dies zurzeit. Sie werden durch eine Betreuerin oder einen Betreuer unterstützt, die von den Betreuungsgerichten bestellt werden. Diese sind an den Amtsgerichten angesiedelt.

Infolge der bundesweiten Reform des Betreuungsrechts sind ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer nun verpflichtet, vor Übernahme ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit eine Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis vorzulegen. In Hessen sei diese Auskunft für die Ehrenamtlichen gebührenfrei, so Poseck.

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