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Linken-Kandidat Trabert will Gesundheitsvorsorge für alle

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Von: Pitt von Bebenburg

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Gerhard Trabert bezeichnet sich als „linker grüner, in Teilen sozialdemokratischer Kandidat, der auch einem CSU-Minister attestieren kann, dass er einen guten Job macht“ und hofft auch auf Stimmen von Wahlleuten anderer Fraktionen.
Gerhard Trabert bezeichnet sich als „linker grüner, in Teilen sozialdemokratischer Kandidat, der auch einem CSU-Minister attestieren kann, dass er einen guten Job macht“ und hofft auch auf Stimmen von Wahlleuten anderer Fraktionen. © Kay Nietfeld/dpa

Präsidentschaftskandidat wirbt mit der Linken für landesweite Clearingstellen für Menschen ohne Krankenversicherung in Hessen.

Die Kandidat der Linken für das Amt des Bundespräsidenten, Gerhard Trabert, hat dafür geworben, Parteipolitik bei der Präsidentenwahl hintanzustellen. Seine Kandidatur solle „die klare politische Botschaft“ aussenden, „dass die soziale Ungleichheit überwunden werden muss“, sagte Trabert am Montag in Wiesbaden.

„Unser Sozial- und Gesundheitssystem wird immer grobmaschiger“, beklagte er. Die Linksfraktion im Landtag hatte den Sozialmediziner aus Rheinland-Pfalz eingeladen, der in Wiesbaden an der Hochschule Rhein-Main lehrt. Fraktionschefin Elisabeth Kula nannte ihn eine „beeindruckende Persönlichkeit“, die „die Ideale der Linken verkörpert“.

Hoffnung aus Stimmen aus anderen Reihen

Trabert ist parteilos und gab der Hoffnung Ausdruck, dass er in der Bundesversammlung am 13. Februar auch Stimmen von Wahlleuten anderer Fraktionen erhält. „Ich bin ein linker grüner, in Teilen sozialdemokratischer Kandidat, der auch einem CSU-Minister attestieren kann, dass er einen guten Job macht, etwa beim Lieferkettengesetz“, sagte Trabert.

Die Spitzen von SPD, Grünen, FDP und Union haben sich für die Wiederwahl des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen. Trabert nannte als ein wichtiges Ziel seiner Bewerbung, „mehr Stimmen zu bekommen als der Kandidat der AfD“. Die AfD hat den CDU-Mann Max Otte nominiert, der deswegen aus der Union ausgeschlossen werden soll.

Für Menschen ohne Krankenversicherung

Im Herbst war Trabert als Bundestags-Direktkandidat für die Linke angetreten. Bereits 2020 hatte er sich gemeinsam mit der Linken dafür eingesetzt, Menschen ohne Krankenversicherung in Hessen besser zu unterstützen. Diese Forderung bekräftigten Trabert sowie die Linken-Fraktions-Chefin Kula und -Chef Jan Schalauske am Montag.

Trabert hat in Mainz eine Clearingstelle für die Betroffenen aufgebaut. Dort gelingt es nach seinen Angaben, rund 40 Prozent der Menschen ins Versicherungssystem zu holen, so dass sie die Kosten für Behandlungen erstattet bekommen.

Clearingstellen nicht landesweit beschlossen

In Hessen brauche es landesweit solche Clearingstellen. „Der Hessische Landtag hat das nicht beschlossen“, bedauerte Trabert. Bisher gebe es nur kommunale Anlaufstellen in Frankfurt und Wiesbaden. Zwei Projekte zum Aufbau einer solchen Beratung in Offenbach und Gießen waren kürzlich mit dem Hessischen Integrationspreis ausgezeichnet worden.

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