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Umweltschutz

Lichtsparen rettet Insekten

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Ein Plädoyer für mehr Dunkelheit in der Nacht. Denn auch Pflanzen und Vögel sind von der Lichtverschmutzung betroffen.

Einen effizienteren und damit umweltfreundlicheren Einsatz künstlicher Außenbeleuchtung fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Mehr Dunkelheit wagen“ heißt es in einem Aufruf, den der Landesverband gemeinsam mit dem Sternenpark Biosphärenreservat Rhön am Freitag veröffentlich hat. Anlass ist der Tag des Lichts am Sonntag, 16. Mai. Lichtverschmutzung greife in den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus der Natur ein, sei mitverantwortlich für das Insektensterben, heißt es darin.

In Industrieländern werde der Himmel vielerorts nicht mehr richtig dunkel. „Das verändert einerseits den Schlafrhythmus von uns Menschen, andererseits sind Beleuchtungseingriffe ein Stressfaktor für nachtaktive Tiere“, informiert Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen. Rund 30 Prozent aller Wirbeltiere und mehr als 60 Prozent aller wirbellosen Tiere seien nachtaktiv, darunter auch Insekten.

Tipps

Den Bedarf prüfen. Ist die Beleuchtung notwendig?

Licht direkt auf die Nutzfläche lenken. Niedrig montieren, die Leuchten voll abschirmen.

Warme Lichtfarbe wählen: 1800 Kelvin (Bernstein/Amber) bis maxinmal 2700 Kelvin (Warmweiß). jur

www.bund-hessen.de
www.sternenpark-rhoen.de

Aber auch andere Spezies bringe der Einfluss des nächtlichen Lichts aus dem Rhythmus, sagt Nitsch. Amseln, zum Beispiel, beginnen einen Monat früher mit dem Brutgeschäft. Ein riskantes Manöver, denn: „Ob sie dann auch genug Futter für die Jungvögel haben, ist unklar.“ Zugvögel verlören leicht die Orientierung. Nachtfalter und andere Insekten könnten an Lampen verbrennen oder seien so entkräftet, dass sie entweder sterben, sich nicht mehr fortpflanzen können oder leichte Beute für Feinde sind, erläutert der BUND-Vorsitzende. Betroffen sei auch die Pflanzenwelt: „Insekten, die nachts ununterbrochen Straßenlaternen umschwirren, fehlen bei der Bestäubung.“ Laubbäume könnten bei permanenter Beleuchtung ihre Blätter später verlieren.

„Wir müssen der Nacht mehr natürliche Dunkelheit zurückgeben und einfach auch mehr Nacht wagen“, ergänzt Sabine Frank, die Nachtschutzbeauftragte des Landkreises Fulda und des Sternenparks Rhön. Die Region hat sich der Reduzierung der Lichtverschmutzung verschrieben. Zum Schutz der vorhandenen natürlichen Nachtlandschaften und zur Freude der Sternengucker, für die ein dunkler Himmel essenziell ist.

Wo immer möglich, appelliert Frank, sollte möglichst wenig vom natürlichen Zustand abgewichen werden. „Muss Licht zwingend eingesetzt werden, ist es wichtig, dass jede künstliche Lichtquelle so gering wie möglich auf die Umwelt einwirkt.“ Speziell weißes Licht blende die Tiere stark und erzeuge bei schlechter Installation eine unerwünschte Fernwirkung. „Diese Leuchten sollten der Vergangenheit angehören oder optimiert beziehungsweise umgerüstet werden.“ Bei schwachem Mond- oder Sternenlicht hingegen könnten sich nachtaktive Insekten gut orientieren, da sie sehr lichtempfindlich sind.

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