Peter Fischer.
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Peter Fischer.

Gastbeitrag

Laut sein gegen den Hass

Von Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt.

Dieses Jahr 2020 war gewiss kein einfaches Jahr, wenn nicht eines der schwierigsten im Leben vieler hessischer Bürgerinnen und Bürger. Das Jubiläumsjahr unseres Bundeslandes hatte es in sich – für uns alle. „Hessen, was wird aus dir?“ ist vor diesem Hintergrund natürlich eine besonders spannende Frage, deren Beantwortung nicht ganz leicht fällt. Auch wenn ich die Zukunft natürlich nicht voraussehen kann, versuche ich mich an einer ganz persönlichen Einschätzung. Als Präsident des größten Sportvereins Hessens, aber auch als Mensch Peter Fischer.

Ebbelwei, Handkäs, Grüne Soße, Ahle Wurst – so facettenreich unser Bundesland kulinarisch ist, so facettenreich ist es auch gesellschaftlich. Die Corona-Pandemie hat uns alle getroffen und im alltäglichen Leben beeinflusst. Trotz oder gerade wegen aller Unwägbarkeiten wünsche ich mir für die Zukunft unseres Bundeslandes ein friedvolles Zusammenleben aller Menschen jedweder Couleur. Denn nur gemeinsam können wir diese fordernde Zeit meistern und nur gemeinsam können wir stärker aus einer solchen Krise hervorgehen.

Dabei kann und wird der Sport ganz sicher eine besondere Rolle einnehmen. Nicht umsonst ist er dafür bekannt, Brücken zu schlagen und unterschiedlichste Menschen und Kulturen miteinander zu verbinden. In unserer multikulturellen Profimannschaft, aber auch den über 50 Sportarten, die wir bei Eintracht Frankfurt beheimaten, sehe ich täglich, wie gut eine Gemeinschaft aus über 90 000 Mitgliedern funktionieren kann. Mittlerweile ist es wohl auch außerhalb der Eintracht-Welt bekannt, für welche Werte unser Verein steht: gegen rechts, gegen Rassismus, gegen Ausgrenzung und gegen Antisemitismus. Auch hier haben wir, nicht nur in Frankfurt, sondern in ganz Hessen, einige Herausforderungen vor der Brust. Besonders erschüttert hat mich persönlich der schreckliche Terror direkt vor unserer Haustür, in Hanau im Februar dieses Jahres. Mit den Familien der Opfer stehe ich in regelmäßigem Kontakt und ich kann nur erahnen, wie groß der Schmerz für die Angehörigen sein muss. Es ist die Pflicht eines jeden Bürgers, zusammenzustehen und gegen den aufkommenden Hass in unserer Gesellschaft entschieden und mit lauter Stimme anzukämpfen.

Seit mehr als 20 Jahren bin ich nun Präsident von Eintracht Frankfurt. Eine verdammt lange Zeit. Ich habe viele Höhen und Tiefen durchlebt. Nicht nur mit meinem Verein, sondern auch gesellschaftlich. Auch mit meinem Bundesland Hessen. Als Präsident von Eintracht Frankfurt, dem größten hessischen Verein, bin ich trotz allem verdammt stolz auf unser Bundesland und ganz besonders stolz darauf, ein Hesse zu sein. Denn wie heißt es so schön: Auf dem Mars, auf dem Mond – überall ein Hesse wohnt.

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