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Hessen

Landwirtschaft in Hessen: Mehr Natur auf die Felder

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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An einem Runden Tisch haben Landwirtschaft und Umweltschutz sich auf einen Kompromiss verständig. Das Land stockt die Fördermittel auf.

Hessen investiert zusätzlich 15 Millionen Euro jährlich, um den Naturschutz in der Landwirtschaft zu stärken. Knapp die Hälfte der Summe kommt im nächsten Jahr den Betrieben zugute. „Langfristig“ sei geplant, auf zehn Metern rechts und links entlang von Bächen und Flüssen auf freiwilliger Basis auf landwirtschaftliche Nutzung zu verzichten. Der aktuell bereits um 25 Prozent gesunkene Verbrauch von Pflanzenschutzmittel soll bis zum Jahr 2030 um weitere fünf Prozentpunkte sinken. Dies sind Ziele der am Montag unterzeichneten Kooperationsvereinbarung der Landesregierung mit sieben Verbänden der Landwirtschaft und des Naturschutzes.

Im Moment hat Hessen einen jährlichen 140-Millionen-Etat für das Anlegen von Blühstreifen, um Verstecke zu schaffen für Rebhühner oder für andere Projekte zum Schutz von Klima und Natur in der Landwirtschaft.

Runder Tisch

Teilgenommen haben der Hessische Bauernverband, die Initiative Land schafft Verbindung, die Hessische Landjugend, die Vereinigung Ökologischer Landbau, sowie die drei großen hessischen Umweltschutzverbände, BUND, HGON und Nabu.

Anlass waren die Traktoren-Demonstrationen vom Februar. Als Reaktion beauftragte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die zuständige Ministerin Priska Hinz (Grüne), die Gruppen an einen Tisch zu holen. jur

Der Vertrag ist Ergebnis eines Runden Tischs, an dem die Beteiligten monatelang um einen Interessenausgleich gerungen hatten. Am Ende zeigten sich alle zufrieden: „Es gibt viel zu tun, um mehr Naturschutz in die hessische Landwirtschaft zu bringen“, betonte Jörg Nitsch, Landesvorsitzender des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND). „Die Vereinbarung“, sagte Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbands, „ist ein logischer und notwendiger Schritt, die von den hessischen Landwirtinnen und Landwirten erbrachten Leistungen zum Schutz der natürlichen Ressourcen adäquat zu honorieren.“

Tobias Erik Reiners, Vorsitzender der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, freute sich darüber, dass ein Monitoring die Erfolge überprüfen wird, und dass die Naturschutzverwaltung mehr Personal erhalten soll. Die positiven Erfahrungen mit den regionalen Schutzprojekten würden ihn optimistisch stimmen. „Die Vögel des Offenlandes, der Feldhamster und die Insekten können nur gemeinsam gerettet werden.“

Torben Eppstein von der Hessischen Landjugend hob hervor, dass dieses „klare Signal“ dem Nachwuchs die notwendige Planungssicherheit liefere. Es sei ein „Bekenntnis zur heimischen Lebensmittelproduktion“. Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Naturschutzbund (Nabu), drängte auf schnelles Umsetzen der vereinbarten Punkte. „Ein Anfang ist gemacht, der Dialog muss weitergehen.“ Die 15 Millionen Euro pro Jahr müssten weiter aufgestockt werden. Eppler betonte, dass auch der Flächenfraß durch Wohnungsbau oder Verkehrswege das Artensterben fördere. Auch Tim Treis, Sprecher der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen, sieht Potenzial für weitere runde Tische; mit Zielen wie bessere Preise für Erzeuger und mehr Wertschätzung für nachhaltig produzierte Lebensmittel.

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