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Datenübertragung aus früheren Zeiten im Freilichtmuseum Hessenpark.
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Datenübertragung aus früheren Zeiten im Freilichtmuseum Hessenpark.

Hessen

Landleben in Hessen mit Internet

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Hessens Umweltministerin Hinz will die Infrastruktur im ländlichen Raum verbessern. Die Opposition findet das viel zu spät. Sie spricht vom „Märchenbuch á la Hinz“.

Im ländlichen Hessen fehlt es an Geschäften und Banken, an schnellem Internet und guten Verkehrsanschlüssen. Ärzte werden knapp, Krankenhäuser geschlossen. In der Corona-Zeit hat sich die Lage verschärft, etwa wenn Gaststätten als soziale Treffpunkte vor dem Aus stehen.

Im Hessischen Landtag wurde am Mittwoch über den Plan von Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) und der schwarz-grünen Landesregierung debattiert, mit dem Aktionsplan „Starkes Land – gutes Leben“ gegenzusteuern, für den 1,2 Milliarden Euro im Landeshaushalt vorgesehen sind. Die Opposition stellte nicht infrage, dass viele der geplanten Schritte sinnvoll sind. Sie machte allerdings vor allem die CDU für die Defizite auf dem Land verantwortlich.

„Sie regieren hier seit 20 Jahren“, rief die FDP-Abgeordnete Wiebke Knell in Richtung der CDU. „Sie sind verantwortlich dafür, dass nichts passiert ist.“ Auch der Linke Torsten Felstehausen wies auf die lange Regierungszeit der Union hin. Statt das Thema ungleicher Lebensverhältnisse anzugehen und für Verbesserungen zu sorgen, sei in dieser Zeit die kommunale Infrastruktur vom Kindergarten über die Gesundheitsversorgung bis zum Nahverkehr „nach Wirtschaftlichkeit und Wettbewerb ausgerichtet“ worden.

Der Sozialdemokrat Knut John fühlte sich gar zu der Frage veranlasst: „Frau Ministerin, waren Sie schon mal im ländlichen Raum?“ Die Koalition sehe nur „glückliche Kinder von gut verdienenden Eltern und glückliche Kühe von nachhaltig wirtschaftenden Biobauern“. Dieses Bild stamme aber aus dem „Märchenbuch à la Priska Hinz“.

Die Ministerin widersprach entschieden. Sie sei im ländlichen Raum aufgewachsen und lebe nach wie vor dort. „Wir wollen einen modernen ländlichen Raum und kein Bullerbü“, betonte sie. So gehe die Regierung die Gesundheitsversorgung mit einer Hausarztquote und Aktivitäten gegen den Nachwuchsmangel bei Hebammen an. Für eine gute Mobilität müssten Straßen erhalten werden, aber zugleich der öffentliche Nahverkehr mit einem Stundentakt verlässlicher gemacht werden. Das Land fördere auch Dorfläden oder „digitale Dorfläden“.

Christdemokrat Markus Meysner assistierte. „Wir geben den Menschen die Gewissheit, dass der ländliche Raum nicht nur liebenswert, sondern auch in Zukunft äußerst lebenswert bleibt“, versicherte er. Ein Hauptaugenmerk werde auf der Digitalisierung liegen.

Daher wolle Hessen dafür sorgen, dass bis 2025 flächendeckend Gigabitanschlüsse bereitstünden. Schneller solle das in Schulen, Krankenhäusern und Gewerbegebieten geschehen, nämlich bis 2022. „Damit schaffen wir eine zentrale Voraussetzung für modernes Gewerbe, modernes Wohnen und Arbeiten auf dem Land und moderne Bildungsangebote“, sagte Meysner.

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