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Vor der Orangerie im Bad Homburger Schlosspark wachsen zahlreiche Zitrusbäume.
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Vor der Orangerie im Bad Homburger Schlosspark wachsen zahlreiche Zitrusbäume.

Hessen

Kulturdenkmalpflege in Hessen: Ein vielfältiges Erbe

Die Landesbehörde für hessische Schlösser und Gärten betreut seit 75 Jahren Kulturdenkmäler wie das Niederwalddenkmal. Auch zwei Unesco-Welterbestätten zählen dazu.

Stein auf Stein, dazwischen Moos: Von der Burg Geroldstein in der Gemeinde Heidenrod ist nicht mehr als eine Ruine geblieben. Nur der ehemalige Grundriss lässt sich noch nachvollziehen. Dagegen wirkt das Niederwalddenkmal mit Details wie der lorbeerumkränzten Reichskrone und dem gesenkten Schwert der über den Weinbergen thronenden Germania geradezu überladen.

So unterschiedlich die beiden Denkmäler auch sind, haben die Burgruine und der Teil des Unesco-Welterbes Oberes Mittelrheintal eines gemein: Verwaltet werden sie von der „Staatliche Schlösser und Gärten Hessen“ (SG), einer Landesbehörde, die insgesamt 48 Kulturdenkmäler im Land betreut. Im 75. Jahr ihres Bestehens erstrecken sich die Liegenschaften von Bad Karlshafen im Norden bis hin zu Schloss Hirschhorn im Süden.

„Die Aufgaben sind sehr unterschiedlich, aber gerade das macht den Reiz und Charme aus“, sagt Direktorin Kirsten Worms. Die 59-Jährige leitet die SG seit 2018 und koordiniert damit die gesetzlich beauftragte Erhaltung und Pflege der Kulturdenkmäler. Daneben geht es der SG auch darum, die Vergangenheit für die Besucher:innen lebendig zu machen. Von fast 2000 Jahren Geschichte erzählen die Gemäuer – so findet man unter ihnen sieben Museen in Schlössern oder ehemaligen Klöstern, neun Parks und Gärten sowie zwei Unesco-Welterbestätten.

Führungen

Vom 17. bis zum 22. August können Interessierte einen Blick hinter die Kulissen der „Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen“ (SG) werfen.

In knapp 50 Führungen geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der unterschiedlichen Fachgebiete wie Restaurierung oder Gärten und Gartendenkmalpflege Einblicke in
ihre Arbeit.

Die Veranstaltungen sind kostenfrei , jedoch muss der reguläre Eintritt zu den Sehenswürdigkeiten bezahlt werden. Die Anmeldung zur jeweiligen Führung muss bis zum 13. August telefonisch oder per E-Mail erfolgen. Die genauen Kontaktdaten sind im Programmheft mit der jeweiligen Veranstaltung angegeben. lad

Das gesamte Programm und weiterführende Informationen sind auf der Homepage der SG zu finden: www.schloesser-hessen.de

Eingerichtet wurde die SG ein Jahr nach Kriegsende in Nachfolge der ehemals preußischen „Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten“. Zunächst hatte sie ihren Hauptsitz in Marburg, wo auch in Restaurierungswerkstätten gearbeitet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die SG eine bei der Landesdenkmalpflege geführte Abteilung – erst über eine Zeitspanne von zwei Jahrzehnten hinweg wuchs sie zu einer Behörde mit eigener Organisationsstruktur und Fachpersonal heran. Heute beschäftigt sie rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit 1951 befindet sich die Zentrale in Bad Homburg. Zwar wurde immer wieder überlegt, wie die Denkmalpflege neu geordnet werden könnte und welches Ministerium für die Schlösserverwaltung verantwortlich sein soll, doch blieb die SG immer in der Zuständigkeit des Kultusministeriums. Damit ist sie heute eine Dienststelle des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Auf den Tag genau 75 Jahre nach der Gründung der SG sollte eigentlich groß gefeiert werden. Der große Festakt war für den 1. April vorgesehen gewesen – an diesem Tag war sie einst mit Erlass des damaligen Ministers für Kultus und Unterricht in Großhessen, Franz Schramm, geschaffen worden. Doch die Corona-Regelungen ließen kein Fest zu. Die nicht öffentliche Feier ist nun für den 1. September geplant – nach zehnjährigen Arbeiten dürfen dann auch die kaiserlichen Appartements von Kaiser Wilhelm II. und seiner Gattin Auguste Victoria im Königsflügel des Bad Homburger Schlosses wieder betreten werden. Öffentlich zugänglich sollen sie von Donnerstag, 2. September, an sein.

Wie es weitergeht? Im Fokus stünden Digitalisierung und Vermittlung, so Direktorin Worms. Gerade diese Kombination eröffne neue Möglichkeiten, etwa über einen Blog und Videos zu informieren. Doch nichts ersetze den Gang zum Original, sagt sie. Auch wenn man nicht in die Zukunft blicken könne, die vielfältigen Kulturdenkmäler Hessens würden auch in noch einmal 75 Jahren noch gepflegt werden, ist Worms sich sicher.

Der Buchsbaumzünsler stammt aus Ostasien. Der Schmetterling zerstört Buchsbaumpflanzen und profitiert vom Klimawandel.
Kirsten Worms (59) ist seit 2018 Direktorin der „Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen“.

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