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Hessen

Kredite für Tausende Firmen in Hessen

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Die staatliche hessische WI-Bank zahlte im Corona-Jahr Milliardenbeträge aus – für Selbstständige und Kleinstunternehmen, aber auch für Beatmungsgeräte in Kliniken

In der Corona-Krise ist der Staat finanziell „eingesprungen in sehr hohem Ausmaß und sehr erfolgreich“, urteilt Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Die meisten hessischen Hilfsprogramme wurden von der landeseigenen Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI-Bank) abgewickelt, die am Donnerstag ihre Bilanz zog. Sie arbeitet unter dem Dach der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Viele Unternehmen haben Hilfen benötigt. Zum Beispiel die Boutique-Kette Bailly Diehl aus Hanau. Sie erhielt von der WI-Bank ein Darlehen über 200 000 Euro, um liquide zu bleiben.

Oder die Firma Nambus aus Kassel. Das Unternehmen, das nachhaltige Zahnbürsten und Strohhalme aus Bambus herstellt, wurde mit einem Hessen-Mikrodarlehen von 35 000 Euro gefördert. Insgesamt schloss die WI-Bank im Jahr 2020 ein Neugeschäft von 3,2 Milliarden Euro ab – ein gewaltiger Sprung von zwei Milliarden Euro im Jahr davor. Man habe „gänzlich neue Förderprogramme quasi aus dem Homeoffice“ entwickelt, lobte Helaba-Vorstandschef Thomas Groß.

Dazu gehört insbesondere die „Hessen-Mikroliquidität“, die seit Anfang April vorigen Jahres verfügbar ist. Dabei können Soloselbstständige und Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten Kredite von höchstens 35 000 Euro erhalten, ohne die üblichen Sicherheiten vorzuweisen und ohne in den ersten beiden Jahren Tilgungsraten zahlen zu müssen.

Rund 8000 Klein- und Kleinstunternehmen hätten davon bis heute Gebrauch gemacht, berichtete Michael Reckhard aus der Geschäftsführung der WI-Bank. Mit dem Programm habe man zu drei Vierteln Kleinstbetriebe mit weniger als fünf Beschäftigten erreicht. Nach Angaben der Verantwortlichen wurden die Anträge für Programme der WI-Bank rasch bearbeitet und das Geld zügig ausgezahlt. „Was sehr lange gedauert hat, waren die Novemberhilfe, die Dezemberhilfe und die Überbrückungshilfe III“, sagte Minister Al-Wazir.

Diese Hilfen aber hätten nicht das Land Hessen und die WI-Bank aufgelegt, sondern der Bund und ein von ihm beauftragter Dienstleister. Seit das Land ein Bearbeitungstool für die Überbrückungshilfe III erhalten habe, laufe es auch hier besser. Der Gesundheitssektor prägte die Aktivitäten der Förderbank besonders. So lief die staatliche Förderung von zusätzlichen Beatmungsgeräten und Hygienematerial für Kliniken über die WI-Bank. Dadurch erhöhte sich die Krankenhausförderung der Bank von 272 Millionen Euro 2019 auf deutlich mehr als eine Milliarde Euro im Corona-Jahr 2020. Daneben wurde die Förderung von Klinikinvestitionen aus Landesmitteln von 213 auf 273 Millionen Euro gesteigert.

Gottfried Milde, der Vorsitzende der Geschäftsführung, zeigte sich zufrieden, dass auch das übrige Fördergeschäft bewältigt worden sei. „Wir haben während der gesamten Krise größten Wert darauf gelegt, keinen unserer Förderaufträge zu vernachlässigen“, betonte er. Das gelte für Breitbandausbau, Wohnraumförderung und Landwirtschaft gleichermaßen.

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