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Krankheit als Ware - ein Irrweg

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Von: Jutta Rippegather

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Pflegekräfte müssen Zeit haben, um zu pflegen.
Pflegekräfte müssen Zeit haben, um zu pflegen. © Christoph Soeder/dpa

Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens muss ein Ende haben

Die Pflege ist in der Pandemie über ihre Kräfte gegangen. Ohne den hohen Einsatz dieser Menschen wäre die Gesundheitsversorgung kollabiert. Seit eineinhalb Jahren arbeiten sie auf den Intensivstationen jetzt am Limit. Und darüber hinaus, wie dem Brandbrief zu entnehmen ist. Die aktuellen Tarifverhandlungen bieten Gelegenheit abzurechnen. Es ist Zeit, die Menschen angemessen zu honorieren, entsprechend ihrem Wert für die Gesellschaft.

Bessere Arbeitsbedingungen sind eine Grundbedingung, sonst kehren sie dem Beruf den Rücken. Pflegekräfte müssen Zeit haben, um zu pflegen. Voraussetzung ist mehr Personal, weniger Bürokratie. Das gibt es nicht zum Nulltarif, deshalb ist die Ökonomisierung des Gesundheitswesens ein Irrweg. Kranke behandeln ist kein Geschäftsmodell. Das ist Daseinsvorsorge; keine private, sondern staatliche Aufgabe.

Die Gesundheitspolitik hat große Aufgaben vor sich. Fallpauschalen gehören abgeschafft, Sektorengrenzen sind einzureißen. An die Stelle von Konkurrenz muss das gemeinsames Ziel treten, kranken Menschen zu helfen. Es ist Zeit für einen Neuanfang.

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