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Der Brennstoffzellenbus H2.City Gold der ESWE Verkehr vor dem Kurhaus Wiesbaden. Foto: Michael Schick
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Der Brennstoffzellenbus H2.City Gold der ESWE Verkehr vor dem Kurhaus Wiesbaden.

Hessen

Kontroverse über Wasserstoff-Strategie für Hessen

  • Pitt v. Bebenburg
    VonPitt v. Bebenburg
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Neuer Brennstoffzellen-Bus ermöglicht emissionsfreies Fahren in Wiesbaden. Wirtschaft will Wasserstoff nicht nur aus erneuerbaren Quellen nutzen.

In Wiesbaden können Busfahrgäste emissionsfrei unterwegs sein mit einem Brennstoffzellenbus, der am Dienstag vorgestellt wurde. Er fährt mit „grünem“ Wasserstoff, also Wasserstoff, der mit Hilfe erneuerbarer Energien hergestellt wurde. Der städtische Verkehrsbetrieb Eswe Verkehr nahm den ersten von zehn bestellten Bussen in Betrieb. Die anderen neun sollen bis Ende des Jahres folgen.

Diese Busse sorgten „für sauberere Luft und weniger Lärm in der Stadt“, lobte der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Beim Klimaschutz spielten alternative Antriebstechnologien eine wichtige Rolle. Deshalb habe das Land die zugehörige Wasserstofftankstelle in Wiesbaden gefördert.

Al-Wazir fügte hinzu, Wasserstoff müsse aufwendig erzeugt werden. „Er ist deshalb nicht von sich aus klima- und umweltfreundlich, sondern erst dann, wenn er aus regenerativen Energien gewonnen und dort eingesetzt wird, wo andere Lösungen nicht möglich sind.“ Daher müsse der Ausbau der Windenergie und anderer erneuerbarer Quellen vorangetrieben werden.

Damit spricht er den Streitpunkt an, um den es auch am heutigen Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Hessischen Landtags geht. Dort nehmen Fachleute zum Entwurf der FDP für ein „Wasserstoff-Zukunftsgesetz“ Stellung.

Breite Übereinstimmung besteht bei Politik und Verbänden darin, dass Hessen eine Wasserstoffstrategie verfolgen sollte. In Al-Wazirs Ministerium ist sie fast fertiggestellt, das Land will sie in Kürze vorlegen.

Umstritten ist hingegen, inwieweit zumindest für eine Übergangszeit Wasserstoff auch aus konventionellen Energieträgern erzeugt werden soll. Die FDP hält das für unabdingbar, um die Wasserstoffwirtschaft in Gang zu bringen. „Wir haben nicht die Zeit, zehn bis 15 Jahre zu warten“, sagt René Rock. Erst dann könne aber eine ausreichende Menge an erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen.

Der Freidemokrat vergleicht die Situation mit der Förderung von Elektroautos. Sie kämen mit staatlicher Unterstützung auf den Markt, obwohl die Stromproduktion noch nicht vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt sei.

Auch Verbände und Fachleute führen diese Diskussion kontrovers, wie aus ihren Stellungnahmen für den Landtag hervorgeht. Wasserstoff könne „nur einen Beitrag zur Treibhausgasneutralität leisten, wenn er umweltfreundlich und nachhaltig hergestellt wird“, schreibt die Energieökonomin Claudia Kemfert im Namen des Sachverständigenrats für Umweltfragen. Dafür komme „allein grüner Wasserstoff“ infrage, „das heißt primär Wasserstoff aus erneuerbarem Strom“. Die gleiche Haltung vertreten der Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz, die Gewerkschaften und die Umweltschutzorganisation BUND.

Dagegen warnt der Vorstandsvorsitzende des Erdgasunternehmens Wintershall Dea, Mario Mehren, vor einer „Verengung“ auf Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen. Diese Haltung unterstützen die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und der Hessische Industrie- und Handelskammertag.

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