Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Coronavirus - Sondertermine Impfen Ü60
+
Das Corona-Impfzentrum in der Festhalle in Frankfurt. (Symbolbild)

Corona

Corona-Impfung in Hessen: Gefälschte Stempel des Impfzentrums Frankfurt im Umlauf

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Die Hürden auf dem Weg zum Vakzin sollen gesenkt werden. Beim Umgang mit Fälschungen herrscht weiter Ratlosigkeit.

Frankfurt - Mobile Impfangebote für Stadtviertel mit benachteiligten Bevölkerungsgruppen wie in Köln fordert der Paritätische Hessen. Die dort lebenden Menschen seien aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände oft einem deutlich erhöhten Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus ausgesetzt. „Eine gute Idee“, sagt Dierk Dallwitz, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Frankfurt. „Mit unseren mobilen Tests in diesen Stadtteilen haben wir gute Erfahrungen gemacht.“

Es gebe aber noch eine weitere Gruppe von Impfberechtigten, an die schwer heranzukommen sei: zu Hause lebende Pflegebedürftige ohne Hausarzt oder Hausärztin. Die fielen bislang ebenfalls oft durchs Raster. Unterstützung erhielten die Organisationen von der Linken-Fraktion im Römer. Zur Ergänzung des Angebots könnten Streetworker aktiv werden und informieren, Hilfen anbieten, Masken zur Verfügung stellen und auf Test- und Impfmöglichkeiten hinweisen, schlug Fraktionsvorsitzende Dominike Pauli vor..

Corona-Impfungen in Hessen: Bürokratische Hürden sind zu groß

Vulnerablen Gruppen stehen wohl vor dem gleichen Problem, das Annette Wippermann vom Paritätischen bei den sozial Benachteiligten beobachtet: „Die bürokratischen Hürden, um sich eigeninitiativ einen Termin im Impfzentrum oder beim Hausarzt zu sichern, sind für viele zu hoch.“ Eine Anmeldung über Onlineplattform oder Hotline überfordere sie. Manche scheiterten schon daran, Kontakt zu einer Arztpraxis aufzunehmen. „Die Ursachen dafür sind vielfältig“, sagt Wippermann. „Unter anderem können mangelnder Zugang zu Informationen, fehlende technische Ausstattung, Sprachbarrieren, Suchtprobleme oder psychische Erkrankungen verhindern, dass sich Menschen proaktiv um einen Impftermin kümmern.“

Ungeachtet dessen läuft das vom DRK organisierte Impfzentrum in Frankfurt inzwischen auf Volldampf. Mit 4000 Impfungen pro Tag zwischen 7 und 22 Uhr seien die räumlichen Kapazitäten so gut wie ausgeschöpft, sagt Dallwitz. Er begrüßt, dass nach den hausärztlichen Praxen nun die fachärztlichen hinzugestoßen sind und nächsten Monat auch die betriebsärztlichen Dienste in die Kampagne einsteigen sollen. „Alle Säulen haben ihre Berechtigung.“ Deshalb habe ihn irritiert, dass die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) jüngst in der FR die Schließung der Impfzentren forderte. „Wir sind keine Konkurrenz, sondern sollten das System weiterentwickeln.“

Corona-Impfung in Hessen: Kein Astrazeneca beim Hausarzt mehr

Anlass für die Äußerung des KV-Vorstands war die Tatsache, dass die Impfzentren von der nächsten Woche an vom Bund kein Vakzin von Astrazeneca für die Erstimpfung mehr zugeteilt bekommen sollen. Dass hessische Innenministerium hatte diese Neuerung auf FR-Anfrage bestätigt. Die KV wirft den Impfzentren vor, sich vor den zeitaufwendigen Beratungsgesprächen zu drücken, die mit dem Vakzin verbunden sind. Nach mehreren Sinusvenenthrombosen ist das Serum nur noch für über 60-Jährige empfohlen.

Dass der Bund den Astrazeneca-Stoff künftig ausschließlich an Arztpraxen ausliefern lassen will, habe das DRK auch erst aus der FR erfahren, sagt Dallwitz. „Das ist eine politische Entscheidung.“

Missverständnisse in der Corona-Pandemie in Hessen und anderswo

Zu den vielen Missverständnissen in der Pandemie gehöre auch, dass die hessischen Impfzentren angeblich noch immer jede Menge Vakzin für die Zweit-impfungen zurückhalten, wie jüngst wieder die ARD berichtete. Für die Rücklagen sei das Land zuständig. „Wir impfen alles, was wir bekommen können.“ Angesichts der vor allem anfänglichen Lieferengpässe habe eine Reservehaltung aber durchaus ihre Berechtigung. „Wir mussten keinen einzigen Termin absagen.“

Nach wie vor ratlos ist Dallwitz beim Thema gefälschte Impfpässe. Das DRK hatte Anzeige gegen unbekannt gestellt, nachdem mehrere dieser Zertifikate mit gefälschtem Stempel des Impfzentrums Frankfurt im Internet zum Kauf angeboten worden waren. Der Vorgang liege weiter bei der Staatsanwaltschaft, so Dallwitz. Das Personal im Impfzentrum bekomme jetzt weniger Blankopässe, aber das werde wohl nichts bringen, da Blankopässe im Internet zu haben seien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare