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Im Dannenröder Forst: Klimaliste-Vorstandsmitglied von Eisenhart Rothe.

Neue Partei bei Kommunalwahl

Konkurrenz für die Grünen in Hessen: Klimaliste tritt zur Kommunalwahl an

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Mit der Klimaliste hat sich in Hessen eine neue politische Kraft gegründet. Sie will Druck auf die etablierten Parteien ausüben. Insbesondere die Grünen.

  • Hessische Klima-Aktivist:innen rufen den Verein „Klimaliste Hessen“ ins Leben.
  • Damit wollen sie bei der Kommunalwahl 2021 in Hessen antreten.
  • Die Grünen schauen mit Argusaugen auf die kleine Ökokonkurrenz.

Wiesbaden - Einen Kohleausstieg erst 2038 findet Maik Schöniger „absurd“. Bei der europäischen Agrarpolitik fasst sich der Marburger Chemie-Doktorand an den Kopf. Und angesichts der Rodungsarbeiten für eine Autobahn durch den Dannenröder Forst findet er, dass die in Hessen mitregierenden Grünen für ihn „keine Option“ seien.

Deswegen hat der 35-Jährige eine neue politische Kraft mitgegründet, die im März in möglichst vielen Städten und Landkreisen zu den Kommunalwahlen antreten will: die Klimaliste Hessen.

Kommunalwahl in Hessen: Neuer Verein will bei Wahl antreten

Seinen Mitstreiter:innen geht es genauso. Claudia von Eisenhart Rothe aus Oberursel, die seit vielen Jahren beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) engagiert ist, erinnert daran, dass das Pariser Klimaschutzabkommen jetzt auch schon fünf Jahre alt ist. Wenn das dort gesteckte Ziel erreicht werden solle, dass die Temperaturen weltweit nicht um mehr als 1,5 Grad ansteigen, müsse dringend gehandelt werden, stellt die Biologin fest. „Ich verliere den Glauben daran, dass diese Politiker das umsetzen“, sagt sie mit Blick auf die Regierungen.

Claudia von Eisenhart Rothe ist eine von fünf Sprecher:innen der Klimaliste Hessen. Gegründet wurde der landesweite Verein Ende Oktober in Bad Vilbel von neun Personen – angesichts der Corona-Pandemie unter freiem Himmel. Vorreiter gab es in Bayern, wo die Klimaliste im März in den Stadtrat von Erlangen einzog.

Grüne schauen mit Argusaugen auf kleine Ökokonkurrenz

Im März bewerben sich Aktivist:innen der Bewegung bei Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, die wie die Kommunalwahlen in Hessen für den 14. März 2021 angesetzt sind. Die Grünen schauen mit Argusaugen auf die kleine Ökokonkurrenz. „Wirksamer Klimaschutz braucht Mehrheiten“, mahnte Bundestags-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. „Schlimm wäre doch, wenn wir dasselbe wollen, es aber nicht umsetzen können, weil uns am Ende die nötige Mehrheit fehlt.“

Teilweise haben die Mitglieder der Klimaliste noch nie einer Partei angehört, zum anderen Teil haben sie sich abgewandt von Parteien. Das gilt etwa für Vorstandsmitglied Fabian Wilke, einen Rechtspfleger aus Darmstadt. Der 27-Jährige ist durch „Fridays for Future“ politisch aktiv geworden und schloss sich in diesem Jahr den Grünen an. Die Aufstellung der grünen Kommunalwahlliste habe ihn aber frustriert, da es dort viel zu wenig um Inhalte gegangen sei. Also trat Wilke bei den Grünen wieder aus und engagiert sich nun für die Klimaliste.

Kommunalwahl in Hessen: „Uns vereinigt die Sorge um das Leben auf unserem Planeten“

Das Klimaziel steht für die Gruppe obenan. „Uns vereinigt die Sorge um das Leben auf unserem Planeten“, heißt es in ihren Grundsätzen. „Wir kämpfen für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels. Unsere Mission ist die Durchsetzung konsequenter Klimaschutzmaßnahmen.“ Auf kommunaler Ebene ließe sich vieles voranbringen, betont Claudia von Eisenhart Rothe – von Erleichterungen für Elektroautos über Balkon-Solarkraftwerke bis zum Ersatz veralteter Kühlschränke.

Vorstandsmitglied Beate Balzert sagt, es sei ihr „durchaus bewusst, dass es einschneidende Maßnahmen geben muss“. Aktuelle Fragen wie jene, ob man seltener in Urlaub fliegen müsse, seien aber zu vernachlässigen, wenn man an die Fragen denke, die sich ohne Klimawende in der Zukunft stellen würden. Für kommende Generationen werde es etwa darum gehen, ob noch Trinkwasser für alle zur Verfügung stehe. Dann sagt Balzert, die beruflich im Marketing tätig ist, einen Satz, der an die Gründungszeit der Grünen erinnert: „Es ist doch die Frage, welche Welt wir unseren Kindern und Kindeskindern hinterlassen.“ (Pitt von Bebenburg)

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