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Kita-Eltern sollen bald auch in Hessen mitreden dürfen

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Von: Peter Hanack

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Eltern sollen mitreden dürfen, wenn es um ihre Kinder geht. Nicht nur in der Kita, sondern auch im Land Hessen.
Eltern sollen mitreden dürfen, wenn es um ihre Kinder geht. Nicht nur in der Kita, sondern auch im Land Hessen. © Andreas Arnold

CDU und Grüne wollen einen Landeselternbeirat einrichten. Start ist im nächsten Jahr. SPD und FDP wollen das schon lange.

Die Schulen haben schon seit 60 Jahren einen Landeselternbeirat. Nun sollen auch die Eltern von Kita-Kindern auf Landesebene mitreden können. Ein entsprechender Beirat soll Anfang nächsten Jahres eingerichtet werden. So sieht es ein Gesetzentwurf der schwarz-grünen Landesregierung vor.

Die allermeisten Kindertagesstätten, ob in kommunaler oder privater Trägerschaft, haben einen Elternbeirat. In einigen Städten wie Frankfurt, Wiesbaden oder Offenbach gibt es eine Elternvertretung von Kitas auch auf kommunaler Ebene – aber eben nicht auf Landesebene.

Damit das nicht so bleibt, wollen CDU und Grüne eine Landesvertretung für Eltern von Kindern in Kitas und der Tagespflege – also bei Tagesmüttern und -vätern – schaffen. Im September will die Koalition eine entsprechende Änderung des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuchs auf den Weg bringen, die im Dezember vom Landtag beschlossen und am 1. Januar in Kraft treten könnte.

200 000 Euro im Jahr

Diese Elternvertretung soll – wie der Landeselternbeirat der Schulen – eine feste Geschäftsstelle bekommen. Diese soll vom Land jährlich mit bis zu 200 000 Euro finanziert werden. Der Beirat selbst hat einen 14-köpfigen Vorstand, der ehrenamtlich arbeitet. Dort sollen neben Elternvertreter:innen aus den Kitas zwei Vertreter:innen von Eltern sitzen, deren Kinder von Tagesmüttern oder -vätern betreut werden. Die Mitglieder des Gremiums sollen für jeweils zwei Jahre gewählt werden.

Väter und Mütter sollen durch die Landeselternvertretung mehr Einfluss auf die Bildung, Erziehung und Betreuung erhalten. So soll der Beirat über Veränderungen beispielsweise des Rechts auf Kinderbetreuung, zu Förderprogrammen oder Ausbildung des Personals informiert und angehört werden müssen. Zudem soll die Elternvertretung einen Sitz im Landesjugendhilfeausschuss erhalten.

Kindertagesstätten in HEssen

Knapp 4400 Kindertagesstätten gibt es in Hessen (Stichtag 1. März 2021).

Betreut werden dort rund 273 000 Jungen und Mädchen.

Etwa 54 000 Erzieherinnen und Erzieher arbeiten dort.

Zuständig für deren Betrieb sind die Städte und Gemeinden bzw. Träger wie die Kirchen oder andere Institutionen und Vereine. pgh

Bereits vor drei Jahren gab es eine ähnliche Initiative von FDP und SPD. Grüne und CDU lehnten das Vorhaben damals ab, unter anderem mit dem Argument, dass zunächst flächendeckend eine Elternvertretung auf kommunaler Ebene eingerichtet werden müsse. Dies ist nun hinfällig.

Kommunen zu langsam

„Wir können und wollen nicht auf die Kommunen warten“, begründete Kathrin Anders für die Grünen den Gesinnungswandel. Denn tatsächlich hat sich gerade während Corona auf Ebene der Städte und Gemeinden in Sachen Elternvertretung kaum etwas getan, wie Claudia Ravensburg (CDU) einräumte.

Nun wird die kommunale Ebene also übersprungen. Stattdessen wählen Eltern Delegierte, die dann in einer Vollversammlung direkt den Landesvorstand bestimmen. Das hat den Vorteil, dass Mütter oder Väter nicht auch noch auf Gemeinde- oder Kreisebene als Elternvertreter engagiert sein müssen. Stattdessen können sie direkt in die Landesvertretung gewählt werden.

Siehe Kommentar „Hessens Eltern eine Stimme geben“

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