1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Kirchen in Hessen fragen: Darf man sich über Tore noch freuen?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Hanack

Kommentare

Monate vor der Fußball-WM wurde die „One-Love“-Kapitänsbinde der Öffentlichkeit vorgestellt, hier vom DFB. Erst jetzt, zu Beginn der Vorrunde, zaubert die Fifa ein Verbot aus dem Hut
Monate vor der Fußball-WM wurde die „One-Love“-Kapitänsbinde der Öffentlichkeit vorgestellt, hier vom DFB. Erst jetzt, zu Beginn der Vorrunde, zaubert die Fifa ein Verbot aus dem Hut © Sebastian Gollnow/dpa (Archiv)

Die evangelische Kirche veröffentlicht einen Leitfaden zur Fußball-WM mit Vorschlägen für Alternativ-Aktionen, die Katholiken laden zur Online-Diskussion ein.

Der Anpfiff zur Fußball-Weltmeisterschaft in Katar war am Totensonntag, das Endspiel soll am 4. Adventssonntag stattfinden. Umstritten ist die WM aber wegen der dortigen Arbeitsbedingungen, der Menschenrechtslage und nun auch wegen des Gebarens der Fifa, die die „One Love“-Binde kurzfristig verboten hat.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat einen Leitfaden dazu veröffentlicht, wie Christ:innen und Kirchengemeinden mit dem Turnier umgehen können. „Macht hoch die Tür, die Tooor macht weit“ heißt das 36 Seiten starke Heft in Anlehnung an ein bekanntes Adventslied. Dort gibt es Tipps für einen kritischen Umgang mit der umstrittenen Weltmeisterschaft. Zu den Vorschlägen gehören beispielsweise Predigten von Fußballer:innen, örtliche Fußballturniere und weitere Aktionen in den Gemeinden.

Resonanz gering

Die Resonanz ist nach Auskunft von Kirchensprecher Volker Rahn nicht allzu groß. Möglicherweise liege das daran, dass die Menschen aufgrund des Krieges in der Ukraine, der Inflation, der Energiekrise oder auch Corona sich nicht zuallererst mit der WM auseinandersetzen wollten. Es könne aber auch sein, dass viele grundsätzlich mit dieser Veranstaltung nicht allzu viel zu tun haben wollten.

Entwickelt haben das Heft der Evangelische Bund und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zusammen mit dem Arbeitskreis Kirche und Sport der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Erhältlich ist es als Download unter der Adresse: www.ekhn.de/katar

Online mitreden

Auch die katholische Erwachsenenbildung im Bistum Limburg setzt sich mit der WM kritisch auseinander. Sie lädt für Freitag, 2. Dezember, um 20 Uhr zu einer Online-Gesprächsrunde ein.

Thomas Beschorner von der Universität St. Gallen, Michael Gabriel von der Deutschen Sportjugend sowie Medienmanager Bernd Reisig sowie der Pfarrer Martin Stewen aus Zürich diskutieren unter anderem darüber, ob man sich dennoch über Tore freuen könne. Es moderiert FR-Lokalchef Georg Leppert.

Zuhörende können online ihre Fragen stellen. Die Teilnahme an dem Zoom-Meeting ist kostenlos, eine Registrierung dafür ist erforderlich unter: https://ogy.de/WM2022 (Bestätigung per E-Mail).

Siehe Interview „Kicken zum Gedenken an 15000 Verstorbene“

Auch interessant

Kommentare