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Jedes zehnte Windrad in Hessen steht still

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Von: Peter Hanack

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Ein Windrad steht bei Beuerbach auf einer Anhöhe. Im Hintergrund ist der Feldberg im Taunus zu sehen.
Ein Windrad steht bei Beuerbach auf einer Anhöhe. Im Hintergrund ist der Feldberg im Taunus zu sehen. © Boris Roessler/dpa

Bei vielen Anlagen ist das Ende der Laufzeit erreicht. 120 neue Rotoren stehen in Hessen vor der Inbetriebnahme. Sie sind um einiges größer als die bisherigen Windräder.

Genau 1282 Windräder gibt es in Hessen. Energie liefern längst nicht alle. Denn viele stehen still. Und drei sind abgebrannt.

Es ist noch gar nicht so lange her, da feierte die Hessische Landesregierung das 1000. Windrad im Land. Inzwischen sind es noch einige mehr. 1282 Rotoren mit einer Gesamthöhe von mindestens 50 Metern stehen über Hessen verteilt. Das berichtet das Umweltministerium anlässlich einer Anfrage des fraktionslosen Abgeordneten Rolf Kahnt mit Stand vom 21. Februar dieses Jahres.

Die meisten sind in Nord- und Osthessen zu finden. So stehen im Landkreis Kassel 149 Rotoren, im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind es 188, im Main-Kinzig-Kreis (vor allem in dessen östlichem Teil) 115 und im Vogelsbergkreis sogar 296.

Brennende Windräder in Hessen

Dreimal haben nach Angaben des Umweltministeriums in Hessen Windräder gebrannt.

Im Landkreis Kassel war im November 2015 ein Generator in Brand geraten. Ursache: ein vergessener Lappen.

Ebenfalls im Landkreis Kassel geriet im August 2018 ein Rotorblatt nach einem Kurzschluss in Brand.

Im Schwalm-Eder-Kreis fing ein Windrad im Februar 2020 Feuer. pgh

Eine erhebliche Anzahl davon, nämlich 141 Anlagen, liefert allerdings keinen Strom. Das sind rund zehn Prozent. Nach Angaben aus dem Umweltministerium sind bei diesen Windrädern zumeist die Betriebs- und Laufzeiten abgelaufen. 39 sind es im Landkreis Waldeck-Frankenberg, 33 im Vogelsbergkreis, 19 im Schwalm-Eder-Kreis und 15 im Landkreis Kassel.

Dabei soll es nicht bleiben. Immerhin 120 neue Windräder sind bereits genehmigt und stehen nach Ministeriumsangaben zurzeit vor der Inbetriebnahme – wobei allerdings gegen 83 Anlagen Klagen vor Gericht anhängig sind. Gleich 30 Rotoren im Landkreis Kassel sind juristisch umstritten, 26 im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und 14 im Vogelsbergkreis.

Die neuen Windräder sollen deutlich größer werden als die meisten der bisher gebauten. Aktuell liegt die durchschnittliche Nabenhöhe eines Rotors bei 111 Metern. Bei den 120 Anlagen, die vor der Inbetriebnahme stehen, sind es 160 Meter.

Wie aus der Antwort des Ministeriums auf Kahnts Anfrage hervorgeht, dauert es etwa zehn Monate, bis eine Anlage nach der Antragstellung genehmigt wird. Bis zur Inbetriebnahme vergeht im Durchschnitt ein weiteres Jahr. Der Bundesverband Windenergie geht davon aus, dass von der Planung bis zur Genehmigung insgesamt rund vier bis fünf Jahre verstreichen. Vor allem die Gutachten, die für eine Genehmigung benötigt werden, seien vergleichsweise zeitaufwendig.

Rund 1,9 Prozent der Landesfläche sind für die Windkraft ausgewiesen. Der Ausbau geht wieder etwas zügiger voran als zuletzt. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 18 Windkraftanlagen errichtet, sie haben zusammen eine Leistung von 62 Megawatt. 2020 waren es 27 Windräder, 2019 nur vier.

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