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Der Unternehmer Y. und Hotelbesitzer D. vor dem Hotel „Altes Zollhaus“ an der Hanauer Landstraße. Renate Hoyer
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Der Unternehmer Y. und Hotelbesitzer D. vor dem Hotel „Altes Zollhaus“ an der Hanauer Landstraße.

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Vorwürfe nach Polizeikontrolle im „Alten Zollhaus“ in Frankfurt

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Ein Mann berichtet über eine demütigende Behandlung durch die Polizei in Frankfurt. Der FDP-Abgeordnete Jörg-Uwe Hahn fragt nach.

Frankfurt – Der Fall eines Mannes, der von einer erniedrigenden Behandlung bei einer Polizeikontrolle im Hotel „Altes Zollhaus“ in der Hanauer Landstraße berichtet hatte, beschäftigt die Landespolitik, nachdem die Frankfurter Rundschau darüber berichtet hatte. Der FDP-Politiker Jörg-Uwe Hahn erkundigt sich bei der Landesregierung nach den Umständen. Innenminister Peter Beuth (CDU) solle erklären, was die Polizeibediensteten getan hätten und warum, sagte Hahn der FR.

Der 43-jährige Unternehmer Y., ein Freund des Hotelbesitzers, hat nach eigenen Angaben der Polizei helfen wollen, als sie bei ihrer nächtlichen Kontrolle niemanden an der Rezeption angetroffen hatte. Er fuhr von seinem Heimatort Nidderau zum „Alten Zollhaus“. Dort sei er abgetastet worden. Dann habe ihn ein Polizist aufgefordert, mit ihm auf die Toilette zu gehen und dort Hose und Unterhose auszuziehen.

Polizei in Frankfurt: Jedes Körperteil des Mandanten Y. wurde genau angesehen

In der Anzeige, die Y.s Anwalt Mehmet Daimagüler gestellt hat, wird der Vorgang so geschildert: „Der Beamte berührte ihn nicht. Jedoch schaute er sich jedes Körperteil aus nächster Nähe sehr genau an. Besonders unangenehm war meinem Mandanten, als er sich nach vorne beugen musste und sich der Beamte hinter ihm stehend seinen Analbereich betrachtete.“ Niemand von den rund 15 Beamtinnen und Beamten habe eingegriffen und niemand habe Y. erläutert, warum er so demütigend behandelt worden sei – „trotz mehrfacher Bitten“, wie es in der Anzeige heißt.

Wie weit die Ermittlungen in dem Fall sind, der sich Anfang April ereignete, verraten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht. Sie äußern sich auch nicht zu den Vorwürfen, die gegen die Polizeibediensteten erhoben werden. Allerdings berichtete Anwalt Daimagüler nach einem Termin mit seinem Mandanten bei der Polizei im Mai, dass die beteiligten Beamtinnen und Beamten noch nicht vernommen worden seien. Er sieht darin ein Indiz für unzulängliche Ermittlungen.

Frankfurter Polizei widerspricht Aussagen von Y. und dessen Anwalt Mehmet Daimagüler

Die Frankfurter Polizei widerspricht. Pressesprecherin Chantal Emch gibt zwar keine Auskunft zu dem konkreten Fall. Aus ihrer Sicht wäre es aber nicht ungewöhnlich, erst den Betroffenen zu hören und dann die Beschuldigten. „In der Regel werden im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens zur Beweismittelgewinnung zuerst die Zeugen vernommen sowie weitere polizeiliche Maßnahmen ergriffen, um dann auf der Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse dem Beschuldigten rechtliches Gehör gewähren zu können“, teilte sie der FR auf Anfrage mit. Anwalt Daimagüler hält das nicht für die richtige Reihenfolge. Die Beschuldigungen seien in der Anzeige so konkret dargelegt, dass aus seiner Sicht die beteiligten Beamtinnen und Beamten vernommen werden müssten – so schnell wie möglich. (Pitt von Bebenburg)

Y. sagte bereits, dass die Polizeikontrolle im Hotel „Altes Zollhaus“ in der Hanauer Landstraße in Frankfurt ein „Verstoß gegen die Menschenwürde“ war.

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