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Kommunen

In Nordhessen stimmen die Menschen über Fusion zweier Gemeinden ab

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Bromskirchen und Allendorf (Eder) wollen gemeinsame Sache machen. Das Votum am 14. März ist spannend, geht es doch nicht nur um Geld.

Die Gemeinden Bromskirchen und Allendorf (Eder) in Nordhessen wollen fusionieren. Am Sonntag stimmen die Einwohner:innen darüber ab. Geld sparen ist das eine. Das andere ist: Kleine Kommunen können allein kaum noch die Anforderungen an eine moderne Verwaltung erfüllen.

Allendorf hat knapp 5600 Einwohner:innen, in Bromskirchen leben etwas weniger als 2000 Menschen. Wirklich arm sind die beiden Gemeinden im Landkreis Waldeck-Frankenberg nicht, es gibt dort große Unternehmen und viele Arbeitsplätze. In Allendorf ist der Heizungsbauer Viessmann ansässig, in Bromskirchen sind es Hoppe, Hersteller von Türbeschlägen, und das Sägewerk Ante Holz.

Dennoch drücken die Schulden, rund 2,3 Millionen Euro sind es insgesamt. Eine Fusion könnte jährlich Kosten in Höhe von knapp 500 000 Euro sparen helfen, hinzu kommen 350 Euro je Einwohner:in, die das Land Hessen als Bonus fürs Fusionieren (einmalig) in Aussicht stellt.

ZusammenScHLUSS

Mindestens 8000 Einwohner:innen sollten Gemeinden in Hessen haben, um ihre Dinge gut allein erledigen zu können. Der Richtwert ist unverbindlich und stammt aus dem hessischen Innenministerium.

121 hessische Gemeinden haben weniger als 5000 Einwohner:innen.

Zuletzt gelungen ist die Fusion von Beerfelden, Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal zu Oberzent im Odenwald. Gescheitert sind die Pläne zum Zusammenschluss von Erlensee und Neuberg im Main-Kinzig-Kreis. pgh

Doch Bürgermeister Ottmar Völpel (unabhängig) aus Bromskirchen macht klar, dass es nicht allein ums Sparen geht. „Der Bund will, dass Kommunen ihre Dienstleistungen künftig alle auch online anbieten“, erklärt er. Rund 500 seien das, von der Ausgabe von Müllbeuteln über das Ausstellen von Personalausweisen bis zur Genehmigung für das Aufstellen von Tischen und Stühlen vor Gaststätten. „Dafür brauchen sie Fachleute, und die kann jede Gemeinde gar nicht alle beschäftigen“, sagt er. Ähnlich sei es beispielsweise bei Ausschreibungen. Auch die würden immer aufwendiger und könnten von kleinen Gemeindeverwaltungen kaum noch bewältigt werden.

In Nordhessen hat man die Zeichen der Zeit bereits erkannt. Interkommunale Zusammenarbeit pflegen Allendorf und Bromskirchen schon mehr als zehn Jahre, 2015 wurde formal eine Verwaltungsgemeinschaft gegründet. „Die Fusion ist jetzt der nächste logische Schritt“, sagt Völpel. Sein Amtskollege in Allendorf, Claus Junghenn (ebenfalls unabhängig), sieht das genauso.

Schon heute gibt es lediglich einen Bauhof, die gesamte Buchhaltung wird in Allendorf erledigt, das Passwesen und das Einwohnermeldeamt haben noch in Bromskirchen ihren Sitz. Das Standesamt teilen sich die beiden Gemeinden mit drei weiteren Kommunen aus dem Kreis. „Das läuft alles sehr gut“, sagt Bürgermeister Völpel. Beide Orte sollen sowohl ihre Schulen als auch die Feuerwehren behalten. „Die Identität bleibt, auch wenn wir fusioniert sind“, verspricht er.

Ob die Einwohner:innen das auch so sehen, wird der Sonntag weisen. Das Ergebnis der Abstimmung wird gegen 20 Uhr erwartet.

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