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Sparmaßnahmen in Hessen: In den Schulen wird es kühl und in den Straßen dunkel

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Von: Peter Hanack

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Auch die Gebäude wirken mit Licht bestrahlt plötzlich ganz anders
Auch die Gebäude wirken mit Licht bestrahlt plötzlich ganz anders. So viel Beleuchtung aber soll es erst einmal nicht mehr geben. © Peter Jülich

Die hessischen Städte beschließen Energiesparmaßnahmen. Schwimmbäder bleiben zwar offen, aber Eislaufbahnen soll es keine mehr geben. Und es wird dunkler.

Nur noch 19 Grad in den Klassenräumen der weiterführenden Schulen, halb so viel Weihnachtsbeleuchtung wie sonst, kein Warmwasser mehr in Turn- und Sporthallen: Der Hessische Städtetag hat eine 16 Punkte lange Liste beschlossen, um weniger Strom und Gas zu verbrauchen. Und es könnte noch heftiger kommen.

Der Bund hat gerade erst Regelungen für die öffentliche Hand vorgegeben. Nun hat der Hessische Städtetag die Maßnahmen zum Energiesparen konkret benannt, wie sie ab sofort in Hessen gelten sollen. Sollte die Energie, vor allem das Erdgas, aufgrund der verminderten und teils ganz gestoppten Lieferungen aus Russland noch knapper werden, könnten weitere Einschränkungen folgen, kündigte der Städtetag am Donnerstag an.

Verschärfungen bei Gasmangel möglich

Bei der Liste handele es sich um eine „Momentaufnahme“, erklärte Städtetagspräsident Heiko Wingenfeld (CDU), Oberbürgermeister von Fulda. „Dies bedeutet, dass wir die Maßnahmen dynamisch an die Entwicklung des Winters anpassen werden“, sagte er.

„Aktuell wollen wir die Schwimm- und Turnhallen geöffnet halten und planen auch die Weihnachtsmärkte durchzuführen“, sagte der Städtetagspräsident. „Aber wir werden die Weihnachtsbeleuchtung einschränken und die Wassertemperatur in den Schwimmhallen absenken.“

Schutzschirm für Stadtwerke

Dagegen solle zum Beispiel der Betrieb von Eislaufbahnen unterbleiben. „Wir sind nicht glaubwürdig, wenn wir die Bevölkerung zum Energiesparen auffordern und dann in der kalten Jahreszeit Energie in Freizeiteinrichtungen unnötig verprassen“, so Wingenfeld weiter.

Zudem forderte das Präsidium des Hessischen Städtetags das Land auf, einen Schutzschirm für die Stadtwerke zu spannen, mit dem Ziel, die durch die aktuelle Krise verursachten Probleme auszugleichen. Die Stadttwerke seien bedroht, weil mit hohen Zahlungsausfällen bei den Kunden zu rechnen seien.

Die Maßnahmen im einzelnen:

Schwimmhallen bleiben geöffnet. Die Badewassertemperatur wird auf 24 Grad rezuziert, mindestens jedoch auf 26 Grad.

Sport- und Turnhallen bleiben ebenfalls geöffnet. Die Raumtemperatur wird auf 15 Grad verringert und darf höchstens 17 Grad betragen. Warmwasser wird abgeschaltet, sofern dies mit der Trinkwasserhygiene vereinbar ist.

Veranstaltungen in städtischen Räumen sind möglich, allerdings sollen Flächen und Räume zusammengelegt werden, um die zu heizende Fläche zu reduzieren.

Hell leuchtet die Germania in Rüdesheim

Denkmäler und öffentliche Bauten werden nicht mehr angestrahlt. So sieht es eine Bundesverordnung vor.

Eine Ausnahme ist das Niederwalddenkmal oberhalb von Rüdesheim am Rhein mit der Germania-Statue. Die Beleuchtung des Denkmals speist sich aus derselben Stromversorgung wie die Treppenbeleuchtung. Die Trennung der Stromzufuhr ist nach Angaben der Hessischen Schlösserverwaltung technisch sehr aufwändig. pgh

Weihnachtsmärkte finden statt. Die Weihnachtsbeleuchtung wird halbiert, die freiwillige Beleuchtung spätestens um 22 Uhr abgeschaltet.

Die Beleuchtung von Gebäuden und Baudenkmälern von außen mit Ausnahme von Sicherheits- und Notbeleuchtung ist untersagt. Ausgenommen sind kurzzeitige Beleuchtungen bei Kulturveranstaltungen und Volksfesten.

Freizeiteinrichtungen wie Eislaufbahnen, Schneekanonen, Skihallen sowie Eissporthallen werden für den reinen Freizeitbetrieb eingestellt.

In weiterführenden Schulen und öffentlichen Gebäuden beträgt die Höchsttemperatur 19 Grad. Mobile Luftreinigungsgeräte werden abgeschaltet, wenn e die Pandemielage erlaubt.

Private Heizlüfter und privaten mobile Klimageräte dürfen in der öffentlichen Verwaltungen nicht betrieben werden.

Dienstgebäude sollen zwischen den Jahren soweit möglich gechlossen werden.

Rasenheizung bei Fußballspielen und -training müssen ausgeschaltet werden.

Die Straßenbeleuchtung wird weiter eingeschränkt, das gilt auch für Nicht-LED-Ampelanlagen in der Nacht soweit nicht sicherheitsrelevant.

Eine Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne für Bürger, Mieter, Gewerbetreibende und Firmen soll aufgelegt werden.

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