Das Logo der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Arbeitsmarkt

In Hessen sind mehr Menschen ohne Arbeit

  • Peter Hanack
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Wegen der Corona-Krise stellen die Betriebe in Hessen kaum Leute ein. Auch die Ausbildung ist betroffen. Und besonders das Rhein-Main-Gebiet.

Die Arbeitslosigkeit in Hessen hat aufgrund der Corona-Krise deutlich zugenommen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) meldete am Dienstag für den August mehr als 208 000 arbeitslose Frauen und Männer, das entspricht einer Quote von sechs Prozent. „Ohne Corona läge sie bei 4,4 Prozent“, sagt Frank Martin, Leiter der BA-Regionaldirektion Hessen.

Eine Quote von sechs Prozent hat es in Hessen zum letzten Mal vor zehn Jahren gegeben. Dabei haben die Betriebe laut Martin noch nicht einmal außergewöhnlich viele Menschen entlassen – ein positiver Effekt der Kurzarbeit. Aber sie schreiben auch kaum neue Stellen aus.

Das Aufkommen ist im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent zurückgegangen. „Wer jetzt arbeitslos wird oder bereits ist, hat es deutlich schwerer, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, sagt Martin.

Weniger Kurzarbeit

Zum dritten Mal in Folge ist in Hessen die Zahl der Kurzarbeiter gesunken. Im August seien nur noch etwa 600 Anzeigen für 13 600 Beschäftigte eingegangen. Von März bis August summierte sich die Zahl auf 66 700 Anzeigen für knapp 912 000 Beschäftigte. Am meisten waren es im April mit 44 500 Anzeigen für mehr als 500 000 Personen. pgh

Außergewöhnlich auch: Das Rhein-Main-Gebiet, wirtschaftlicher Motor Hessens, hat mit der Krise stärker zu kämpfen als die Regionen in Mittel- oder Nordhessen. So gab es in Frankfurt entgegen dem Trend der vergangenen drei Jahre im August sogar einen Anstieg der Arbeitslosigkeit, und zwar um knapp zwei Prozent. Fulda schneidet mit einer Quote von lediglich 3,8 Prozent hessenweit am besten ab.

Auch in Frankfurt ist der Grund für den Anstieg vor allem darin begründet, dass die Unternehmen kaum einstellen. Gut 32 000 Menschen waren arbeitslos gemeldet, knapp 600 mehr als im Vormonat und 11 500 mehr als im August 2019. Damit hat die Arbeitslosigkeit besonders stark zugenommen. Die Quote beträgt inzwischen 7,7 Prozent, im Vorjahresmonat lag sie bei lediglich fünf Prozent.

Vom Anstieg betroffen sind hessenweit alle Personengruppen. Den mit Abstand höchsten Anstieg aber mussten Menschen unter 25 Jahren mit einer Zunahme um 44 Prozent hinnehmen sowie Personen ohne deutschen Pass. Dort lag der Anstieg bei gut 40 Prozent.

Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, hat die Unternehmen aufgefordert, alles zu tun, um die Beschäftigung möglichst vieler Menschen zu sichern. Die Bundesregierung habe mit der Verlängerung des Kurzarbeitergelds bis Ende des Jahres 2021 dafür die Vorlage geliefert. Gleichzeitig solle die Zeit genutzt werden, um Beschäftigte zu qualifizieren.

Deutlich zurückgegangen ist auch die Zahl der Ausbildungsplätze. Lediglich der öffentliche Dienst baute seine Kapazitäten leicht aus. Insgesamt nahm die Zahl der Stellen um gut acht Prozent auf nun noch knapp 34 000 ab.

Die meisten unbesetzten Stellen gibt es laut Regionalredaktion zurzeit noch für Kaufleute im Einzelhandel, für Verkäuferinnen, Bankkaufleute, Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk, Lagerlogistiker sowie zahnmedizinische Fachangestellte, Köche, Köchinnen und Friseure.

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