Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wie zeichnet man Graphen ins Koordinatensystem ein? Im Lerncamp der Wiesbadener Siemens-Schule sieht man, wie es geht.
+
Wie zeichnet man Graphen ins Koordinatensystem ein? Im Lerncamp der Wiesbadener Siemens-Schule sieht man, wie es geht.

Schule

In Hessen sind die Sommerferien zum Lernen da

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
    schließen

Hessische Schüler und Schülerinnen holen versäumten Lernstoff nach. 306 Lerncamps gibt es im Land, die Teilnahme ist freiwillig.

Mehr als 13 000 hessische Schülerinnen und Schüler nehmen in diesen Sommerferien an Lerncamps teil, um die durch Corona und die damit verbundenen Schulschließungen und Unterrichtsausfälle auszugleichen. Am Freitag hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) eines dieser Camps in Wiesbaden besucht. Er sagte, diese seien der Startschuss für die Aufholbemühungen, die das gesamte nächste Schuljahr prägen werden.

Nour ist 16 und kommt nach den Ferien in die zehnte Klasse der Werner-von-Siemens-Schule in Wiesbaden – das heißt, falls er die Nachprüfung in Mathematik besteht. „Vor Corona stand ich auf einer 3, jetzt habe ich eine 5“, erzählt er. Zwar gab es an der Siemens-Schule durchgehend Unterricht, die technische Ausstattung ist vorhanden, so konnte während der Schulschließung jede vorgesehene Stunde per Video-Konferenz übertragen werden. „Aber nur online habe ich nicht so viel verstanden“, sagt Nour. Jetzt hängt er drei der sechs Wochen Sommerferien daran, die Klippe mit der Mathe-Note doch noch zu nehmen.

Zu schnell ablenken lassen

Auch Baran (15) kommt während der Ferien in die Schule. Zehn Tage will er am Lerncamp teilnehmen, auch bei ihm geht es um die Mathematik-Zensur. „Ich hab viel Stoff verpasst, hab mich vor allem zu Hause vor dem Bildschirm zu schnell ablenken lassen“, räumt er selbstkritisch ein.

Die beiden sind zwei von 67 Jugendlichen, die an dem insgesamt dreiwöchigen Lerncamp an der Wiesbadener Realschule teilnehmen. „Freiwillig“, wie Schulleiterin Bärbel Stein betont. Die Jugendlichen können wählen, an wie vielen Tagen sie mitmachen wollen. Auch können sie in Präsenz teilnehmen oder online per Video-Chat. Zur Wahl stehen Mathematik, Deutsch und Englisch, kostenlos ist die Teilnahme sowieso.

Unterricht in kleinen Gruppen

Unterrichtet wird in Gruppen mit höchstens 15 Jugendlichen. Die Themen besprechen die Schülerinnen und Schüler mit der jeweiligen Lehrkraft, so dass ganz gezielt Schwächen angegangen werden können. „Wir müssen davon ausgehen, dass tatsächlich bei vielen deutliche Lücken entstanden sind“, sagt Konrektor Christoph Kost, der das Camp der Siemens-Schule organisiert hat.

Einer der Pädagogen ist Philipp Koepke. Der 30-Jährige will nächstes Frühjahr sein Erstes Staatsexamen ablegen, also den universitären Teil seiner Lehrerausbildung beenden. Er freut sich über die Gelegenheit, hier drei Wochen am Stück unterrichten zu können. „Die Praxis ist ein viel besserer Lehrer als jede Theorie“, sagt er.

Eine Million Euro vom Land

Insgesamt 306 Camps gibt es diesen Sommer in Hessen, das Kultusministerium stellt dafür rund eine Million Euro zur Verfügung. Die Freiwilligkeit gilt nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, auch die Schulen und jeweiligen Lehrkräfte sollen selbst entscheiden, ob sie ein Camp veranstalten. Man müsse den Schulen zugestehen, dass sie selbst am besten wüssten, auf welchem Weg die Defizite aufzuholen seien, sagt Minister Lorz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare