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Da geht’s lang: Auf dem Weg zum Blutdruckmessen in der Kinderstation K 32 in Wiesbaden.
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Da geht’s lang: Auf dem Weg zum Blutdruckmessen in der Kinderstation K 32 in Wiesbaden.

Hessen

Versorgungslücken in Hessen: Kranke Kinder müssen warten

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Der Landtag in Wiesbaden diskutiert darüber, wie Lücken bei der Versorgung von Kindern geschlossen werden können. Covid könnte das Problem noch verschärfen.

Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Hessen ist unbefriedigend. Sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich gibt es Defizite. Darin herrschte im Landtag am Mittwochmorgen fraktionsübergreifende Einigkeit. Doch anders als die Opposition sieht die Koalition die Verantwortung dafür alleine beim Bund. Höchstens noch bei Städten wie Wiesbaden. In der Landeshauptstadt hatten niedergelassene Kinderärztinnen und Kinderärzte in der vorigen Woche Alarm geschlagen: Den teilprivatisierten Helios-Horst-Schmidt-Kliniken fehle das Personal, um ihren Versorgungsauftrag zu erfüllen.

30 Prozent der Betten in Hessens Kinderkliniken stünden mangels Personal leer, sagte Daniela Sommer, Landtagsabgeordnete der SPD, die das Thema auf die Tagesordnung gebracht hatte. Die Pandemie habe die Engpässe in den Psychiatrien noch verschärft, Betroffene müssten mehr als ein halbes Jahr auf einen Platz warten. Einzig akut Suizidgefährdete kämen sofort unter. Sommer sprach von einer „Triage“ – eine Wortwahl, die Sozialminister Kai Klose (Grüne) geißelte. Es handele sich um „Priorisierung“, die in der Medizin durchaus üblich sei. Kinder- und Jugendmedizin sei wirtschaftlich nicht so interessant, das mache sie für Kliniken unattraktiv, sagte Klose. Er setzt auf eine Bundesratsinitiative zur Änderung bei den Fallpauschalen; die könnte das Problem nach der Bundestagswahl lösen.

Versorgungslücken bei Kindern: Minister räumt „weiße Flecken“ ein

Auch die ambulante Versorgung sei unbefriedigend, räumte Klose ein. „Das ist eine schwieriges Feld.“ Auf dem Papier sei sie gut, in der Realität gebe es zunehmend weiße Flecken auf der Landkarte. Marcus Bocklet (Grüne) erklärte dies mit dem veränderten Selbstverständnis des Ärztenachwuchses: Der Wunsch nach Teamarbeit und Angestelltsein werde zu mehr Zentralisierung führen. „Als Antwort brauchen wir passende Konzepte wie mehr Hausbesuche oder mobile Abholdienste.“

Sozialdemokratin Sommer wies darauf hin, dass bis 2025 etwa ein Viertel der Praxen wegfallen werden, weil Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gingen und keine Nachfolge fänden. Auch seien die Landeszuschüsse für die Krankenhäuser nicht auskömmlich: „In Hessen kann die flächendeckende Versorgung von kritisch kranken oder schwer verletzten Kindern nicht mehr sicher gewährleistet werden – das ist ein Armutszeugnis für dieses Land und die schwarz-grüne Landesregierung.“ Klose bestritt dies.

Defizite in Hessen: Opposition setzt auf Ausbau der ambulanten Betreuung und mehr Geld

Die FDP möchte den ambulanten Bereich stärken. „Im Vorfeld könnte viel abgefangen werden“, sagte Yanki Pürsün. Die Abrechnungssysteme berücksichtigten zu wenig den zusätzlichen Aufwand, den die Versorgung der Kinder mit sich bringe. Er forderte weniger Bürokratie, bessere Arbeitsbedingungen für die Ärztinnen und Ärzte sowie höhere Investitionen in den stationären Bereich.

In einem „separaten Vergütungssystem für Pädiater“ sieht CDU-Sprecher Ralf-Norbert Bartelt die Lösung. Auch sei die Bedarfsplanung zu großräumig. Im Moment orientiere sie sich an Landkreisen und Städten. Das werde dem Bedarf nicht gerecht.

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