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Klimawandel: In Hessen mehr Regen und mehr Trockenheit

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Von: Peter Hanack

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Trinkwasser für die Toiletten?
Trinkwasser für die Toiletten? Besser wäre es, dafür Brauch- oder aufgefangenes Regenwasser zu nutzen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Zukunftsplan Wasser versucht, die Versorgung der Menschen in Hessen mit der wertvollen Ressource auch im Klimawandel zu sichern. Klar ist auch: Städte wie Frankfurt brauchen mehr.

Auch künftig soll es in Hessen immer und überall ausreichend sauberes Wasser geben. Das ist nicht selbstverständlich, wie die zurückliegenden trockenen und heißen Jahre deutlich gemacht haben. In Hessen gibt es deshalb jetzt einen Plan, wie mit der wertvollen Ressource künftig umgegangen werden soll. In Gießen ist er am Mittwoch vorgestellt worden.

Wichtigstes Ziel des „Zukunftsplans Wasser“ sei es, die vorhandenen Ressourcen zu schützen, die langfristige Versorgung zu sichern und die Wassernutzung möglichst effizient zu gestalten. Wie sich dabei der Klimawandel auswirkt, ist offenbar unklar. So heißt es im Zukunftsplan, dass sowohl eine Zu- als auch eine Abnahme der jährlichen Grundwasserneubildung möglich sei. Zwar würden die Temperaturen zunehmen und damit die Verdunstungsrate steigen. Gleichzeitig wird aber auch von einem leichten Anstieg der Jahresniederschlagsmengen ausgegangen.

Es regnet wahrscheinlich sogar mehr

Es regnet also wahrscheinlich mehr in Hessen. Innerhalb eines Jahres gehen die Autor:innen des Zukunftsplans davon aus, dass es im Winter mehr, im Sommer weniger Niederschlag geben wird. Ob diese angenommenen vermehrten Niederschläge im Winter die Zunahme der Verdunstung ausgleichen können, könne man derzeit noch nicht sagen.

Gleichzeitig sei damit zu rechnen, dass es Perioden geben könne, in denen es besonders viel oder so gut wie überhaupt nicht regnen werde. Dabei verweisen die Autor:innen auf die Trockenperiode 1991 bis 1993. Damals konnte sich kaum noch Grundwasser neu bilden, was zu erheblichen Schäden an den Ökosystemen im Hessischen Ried und im Vogelsberg geführt habe. Weil sich der Boden wegen des Grundwassermangels gesetzt habe, habe es auch erhebliche Schäden an Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen gegeben.

Der Plan für Hessen

Am Zukunftsplan Wasser haben Fachleute aus Wasserwirtschaft, Umwelt, Landwirtschaft, Industrie, Handwerk und Verwaltung mitgearbeitet.

Die Hessische Landesregierung hat ihn im Juli 2022 beschlossen.

Zu finden auf: umwelt.hessen.de pgh

„Der Trockensommer 2022 hat uns erneut eindrücklich vor Augen geführt, dass wir einer Wasserknappheit während der Sommermonate entgegensteuern müssen“, sagte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Der Zukunftsplan Wasser lege dafür die Grundlage. Die Klimakrise, das Bevölkerungswachstum im Rhein-Main-Gebiet und die Belastung der Gewässer seien dabei die größten Herausforderungen.

Mehr Menschen, mehr Verbrauch

So lebten Ende 2017 in Hessen 6,243 Millionen Menschen, fast 271 000 mehr als 2011. Ende 2035 werden es voraussichtlich nochmals 110 000 Menschen mehr sein. Die unterschiedliche Bevölkerungsentwicklung im städtischen und ländlichen Raum beeinflusse auch den künftigen Wasserbedarf. Dieser steige vor allem in der Metropolregion Rhein-Main, während er im ländlichen Raum sinke.

Wegen der Zunahme von Trockenperioden und Hitzetagen sowie der Verschiebung des Niederschlags vom Sommer in den Winter ist laut Zukunftsplan zudem mit einem erhöhten Wasserbedarf zur Bewässerung von Stadtgrün und zur Verdunstungskühlung in urbanen Räumen auszugehen. Frankfurt braucht also vermutlich noch mehr Wasser als heute schon.

Siehe „Die Wasserfrau“

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