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So modern kann Landleben sein: Das Dorf Burgjoß versorgt sich mit seinem Holzkraftwerk komplett mit Warmwasser.  Alex Kraus
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So modern kann Landleben sein: Das Dorf Burgjoß versorgt sich mit seinem Holzkraftwerk komplett mit Warmwasser.

Landleben

In Hessen liegt das Arbeiten auf dem Land im Trend

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Die hessische Landesregierung fördert zahlreiche Projekte für den ländlichen Raum. Gasthäuser spielen dabei eine besondere Rolle.

Die Corona-Krise hat vielen Menschen vor Augen geführt, dass das Leben auf dem Land, abseits der Ballungsräume, durchaus Vorteile haben kann: mehr Ruhe, mehr Abstand, mehr Bewegungsraum. Die hessische Landesregierung will diesen Trend stärken. Am Donnerstag hat Ministerin Priska Hinz (Grüne) den Aktionsplan „Starkes Land – gutes Leben“ vorgestellt. Ein Schwerpunkt: der Erhalt der Gasthäuser. Zudem soll das mobile Arbeiten ausgebaut werden.

Hinz geht davon aus, dass der Trend hin zum Landleben die Corona-Krise überdauere. Der Aktionsplan der Landesregierung, den das Kabinett vor Weihnachten beschlossen habe, komme daher genau zur richtigen Zeit. In dem Plan sind die diversen Förderprogramme und Konzepte gebündelt, die den ländlichen Raum stärken sollen. Insgesamt sind dafür im Landeshaushalt mehr als 1,2 Milliarden Euro eingestellt.

Ein Sonderprogramm gibt es für die Gaststätten, die unter dem Lockdown besonders leiden und in den Dörfern und Orten auch vorher schon am Verschwinden waren. Zehn Millionen Euro für deren Erhalt hat die Landesregierung für die Jahre 2021 bis 2023 eingeplant.

Land im Blick

1,2 Milliarden Euro hat das Land für die Förderung von Projekten im ländlichen Raum im Haushalt eingeplant.

Der Aktionsplan „Starkes Land - gutes Leben“ bündelt die verschiedenen Förderprogramme und Konzepte.

Neun Handlungsfelder sind darin aufgeführt, unter anderem Bildung und Arbeit, medizinische Versorgung, regionale Lebensmittelerzeugung und vermarktung sowie Mobilität.

Infos unter land-hat-zukunft.de pgh

Weitere 32 Millionen Euro gibt es allein im laufenden Jahr für die Dorfentwicklung. Die Förderung wurde auf 80 Prozent der Gesamtkosten erhöht. Gemeinden, die dies nutzen wollen, müssen also einen 20-prozentigen Eigenanteil aufbringen. „Gerade die Dorfmittelpunkte sind wichtig, um Ortschaften attraktiv zu machen. Sie müssen lebendig sein“, sagt Hinz.

Ein anderer zentraler Förderschwerpunkt ist die Entwicklung des mobilen Arbeitens. Dazu gehört der Ausbau der digitalen Infrastruktur. Gefördert werden sollen aber auch Netzwerke und Räume, in denen Menschen abseits der großen Städte ihre Arbeit nachgehen können.

Jonatan Freund ist bei einer Berliner Firma angestellt, die Konzepte für Büroeinrichtungen entwirft. Tatsächlich arbeitet der Architekt aber regelmäßig in Nordhessen. Dort hat der heute 30-Jährige bereits im Jahr 2015 mit Studienfreund:innen das „Network Waldeck-Frankenberg“ gegründet. Es soll junge, gut ausgebildete Menschen in Kontakt bringen und ihnen ermöglichen, im ländlichen Raum qualifiziert zu arbeiten. Die Mitglieder setzen sich unter anderem für den Ausbau der digitalen Infrastruktur ein.

„Wir sind wegen des Studiums in die Stadt gezogen, aber dann wollten die meisten von uns wieder zurück“, erzählt Freund. Das sei der Anlass gewesen, vor Ort etwas aufzubauen. Das Netzwerk steht mit rund 50 Unternehmen in Kontakt. Eine Umfrage habe gezeigt, dass die meisten von ihnen sich vorstellen könnten, dass ihre Mitarbeitenden zumindest einige Tage in der Woche auch andernorts als in der Firma selbst tätig sein könnten.

Unter anderem daher sei es auch wichtig, im ländlichen Raum sogenannte Co-Working-Spaces zu schaffen, in denen Menschen relativ günstig einen Arbeitsplatz nutzen könnten. Die mobile Arbeit allein im Homeoffice zu erledigen, sei oft wegen der familiären Situation nicht möglich. Zudem fehle dann der soziale Kontakt, sagt Freund.

„Die Hälfte der hessischen Bevölkerung lebt auf dem Land, die Begeisterung für mehr Freiräume hat in der Pandemie noch zugenommen“, sagte Hinz. Man habe gesehen, dass mobiles Arbeiten funktionieren könne. „Wir wollen, dass die Jungen bleiben, dass Menschen dort hinziehen, dass Betriebe dort Nachwuchs finden“, betonte die Ministerin mit Blick auf die weniger stark besiedelten Teile Hessens.

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