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Vor zwei Jahren wurde die Zahl der Fischotter in Hessen auf 20 geschätzt.
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Vor zwei Jahren wurde die Zahl der Fischotter in Hessen auf 20 geschätzt.

Hessen

In Hessen gibt es nur zehn erwachsene Otter

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Anders als der der baufreudige Biber vermehrt sich der Super-Taucher in Hessen nicht. Es gibt gerade einmal zehn erwachsene Exemplare.

Hessen will ein Fischottermangement einrichten. Ähnlich wie beim Biber soll dabei der Grundsatz „Prävention vor Schadensregulierung“ gelten. Zwar ist der Bestand des Super-Tauchers noch überschaubar. Von Konfliktfällen ist im hessischen Umweltministerium nichts bekannt. Auch sind Rückschläge angesichts der geringen Zahl nicht auszuschließen. „Generell wird aber damit gerechnet, dass sich die Population zumindest mittel- bis langfristig auch ohne direkte Stützungsmaßnahmen weiter ausbreiten kann“, schreibt Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Wiebke Knell. Aktuell sei die Lage für den Fischotter in Hessen noch als „ungünstig“ einzustufen. Doch es bestehe begründete Hoffnung, dass sich das künftig bessert.

Dass die Rückkehr des Fischotters kein Selbstläufer ist, zeigt ein Sondergutachten von Hessen Forst aus dem Jahr 2014. Damals gingen die Experten des Landes davon aus, dass die Rückkehr von Lutra lutra „auf größerer Fläche zu erwarten ist“. Ein unbegründeter Optimismus, wie die von Hinz genannten Zahlen aus dem Jahr 2019 belegen. Da wurde der Gesamtbestand auf gerade einmal 20 erwachsene Exemplare in zwei getrennten Populationen geschätzt. Eine in Nord- und Mittelhessen, deren Ursprung in Thüringen liegen könnte, das mittlerweile komplett vom Fischotter besiedelt ist. Der zweite Bestand lebt an der hessisch-bayrischen Grenze in Jossa und Sinn (Main-Kinzig-Kreis) und hat die Wasserscheide zur Kinzig noch nicht überschritten. Die meiste Zeit sollen die Tiere sich ohnehin in Unterfranken aufhalten.

Steckbrief

Der Eurasische Fischotter ist der längste und nach dem Dachs der zweitschwerste Marder in Deutschland. Er gilt als guter Schwimmer und noch besserer Taucher.

Sein Gewicht beträgt fünf bis zehn Kilogramm. Vom Kopf bis zum Rumpf misst ein erwachsenes Tier etwa 60 bis 90 Zentimeter. Der Schwanz ist rundliche und muskulös und nichmal halb so lang wie derRumpf. Er dient als Steuer- und Stabilisierungsorgan.

Ursprünglich war Luta lutra in ganz Europa heimisch. Heute teilt eine riesige Lücke die Population in eine westliche und eine östliche. Deutschland führt ihn auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht. jur

Quelle: www.bund-naturschutz.de

Anders als seinerzeit für den Biber gibt es in Hessen keine Programme zu Wiederansiedlung, teilt Hinz der für Ländlichen Raum, Umwelt- und Naturschutz zuständigen FDP-Abgeordneten Knell mit. Die treibt die Sorge um, dass die nächste konfliktträchtige Rückkehr einer Spezies zu erwarten ist.

Das Problem thematisiert Knell in einer anderen Anfrage, die sich mit den rund 1000 Bibern in 300 Revieren in Hessen beschäftigt. Das Anlegen von Wohnbauten an Dämmen könne die Stabilität von Teichen gefährden und deren Frischwasserversorgung. Überflutungen der Landwirtschaft Probleme bereiten, so die FDP-Politikerin. „Es ergeben sich Fragen hinsichtlich Präventivmaßnahmen der Landesregierung und der Förderung von Präventivmaßnahmen.“

Laut Hinz zeigt das Ende der 1980er Jahre in Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) erfolgte Auswilderungsprogramm Erfolge. Beim Biber sei der „sogenannte gute Erhaltungsstand“ in Hessen inzwischen erreicht. Mangels natürlicher Feinde wie Braunbär oder Wolf sei der Straßenverkehr die Todesursache Nummer eins (rund drei Viertel). „Die Geburtenrate übersteigt die Verluste insgesamt deutlich.“ Die Population wachse jährlich um 20 Prozent. Der Biber sei „ein Auengestalter im positiven Sinne“. Das könne in einer Kulturlandschaft durchaus zu Nutzungskonflikten führen. Für die Lösung sei in den Regierungspräsidien das „Bibermanagement“ eingerichtet. Dieses Betreuernetz will die Ministerin weiter ausbauen und die Fachkräfte fortbilden. Als „sehr wirksam und nachhaltig“ habe sich zudem das Anlegen von extensiv oder nicht genutzten Gewässerrandstreifen erwiesen, so Hinz. Dafür kaufe das Land kontinuierlich Flächen.

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