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Im Rhein-Main-Gebiet nimmt die Zahl der Menschen wieder zu

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Von: Peter Hanack

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Künftig soll Frankfurt wieder zu den Wachstumszentren der Region gehören. Aktuell aber ist die Bevölkerungszahl geschrumpft.
Künftig soll Frankfurt wieder zu den Wachstumszentren der Region gehören. Aktuell aber ist die Bevölkerungszahl geschrumpft. © dpa/(Symbolbild)

Frankfurt verliert, Mainz und Aschaffenburg gewinnen. Fachkräfte aber fehlen überall, deshalb fordert der Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main eine verstärkte Zuwanderung.

Wieder Wachstum nach zwei Jahren Stillstand: In der Region Frankfurt-Rhein-Main lebten Ende 2021 genau 5 821 724 Menschen. Das sind 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die aktuelle Monitoring-Broschüre des Regionalverbands zur Bevölkerungsentwicklung und -struktur zeigt.

Insgesamt also hat die Region zugelegt, wenn auch nur leicht. Die Entwicklung aber ist in den Teilregionen recht unterschiedlich. So hat Frankfurt sogar an Bevölkerung verloren. Sie ging von 2020 bis 2021 um 0,6 Prozent auf knapp 760 000 Einwohner:innen zurück. Auch die Kreise Darmstadt-Dieburg sowie Hochtaunus und Rheingau-Taunus verloren leicht. Alle anderen Kreise und Städte dagegen sind gewachsen.

Fachkräftemangel wächst

Am stärksten legte die Region im Bereich Mainz, Bingen und Worms zu, auch Aschaffenburg hat einen deutlichen Zuwachs zu vermelden. Auch der Wetteraukreis, Gießen und der Main-Kinzig-Kreis verzeichneten ein Plus von immerhin 0,4 Prozent.

Trotz des insgesamt leichten Zuwachses gehen Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU) und der Erste Beigeordnete Rouven Kötter (SPD) davon aus, dass vor allem der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren ein großes Problem für Frankfurt und Rhein-Main darstellen wird.

„Die Region benötigt bereits heute dringend mehr Zuwanderung, insbesondere von hoch qualifizierten Arbeitskräften“, schreiben sie im Vorwort zu dem Monitoring-Bericht. Erschwerend komme hinzu, dass die Erwerbstätigen der sogenannten Babyboomer-Generation, also die geburtenstarken Jahrgänge 1955 bis 1970, in den nächsten 15 Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden würden.

Die Region

Die Metropolregion FrankfurtRheinMain umfasst das Gebiet vom Kreis Gießen im Norden bis zum Kreis Bergstraße im Süden sowie von Mainz- Bingen bis zum Aschaffenburg. In ihr leben rund 5,8 Millionen Menschen.

Das regionale Monitoring „Bevölkerungsentwicklung und -struktur“ ist unter der Internetadresse www.region-frankfurt.de als PDF- Dokument erhältlich: im Suchfenster „zkr06“ eingeben. pgh

Schon in den vergangenen Jahren ist laut Regionalverband der Anteil von Menschen aus dem Ausland an der Gesamtbevölkerung in der Region deutlich gestiegen, und zwar von 12,4 auf 18 Prozent.

Was der Bericht auch zeigt: Der Anteil der älteren Menschen in der Region wird immer größer. Nur noch 14,3 Prozent sind unter 15 Jahre alt, mehr als 20 Prozent gehören dagegen zur Altersgruppe der über 64-Jährigen. Die Zahl der Menschen, die älter als 80 sind, stieg zwischen 2015 und 2021 sogar um 29 Prozent.

8000 Corona-Tote

Entsprechend hoch ist auch die Zahl der Sterbefälle – wozu allerdings auch die Corona-Pandemie ihren Teil beigetragen hat. So sind allein in Frankfurt-Rhein-Main bis Ende 2021 etwa 8000 Menschen an der Seuche gestorben.

Für die nächsten Jahre prognostiziert das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ein Wachstum von 3,3 Prozent bis 2040. Davon allerdings sollen vor allem die Zentren profitieren. An der Peripherie der Region sei schon heute die Bevölkerungsentwicklung schwach, so der Monitoring-Bericht. Dies könne zu einem „Ausdünnen vieler Angebote“ und einer Belastung der Infrastruktur in den Bereichen Gesundheit und Pflege führen.

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