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Hilfsangebot in Hessen: Video-Chat gegen Ängste von Schülern und Schülerinnen

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Von: Peter Hanack

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Der Mangel an Lehrkräften geht auf Kosten der Schülerinnen und Schüler.
Die Corona-Pandemie geht auf Kosten der Schülerinnen und Schüler. © Sven Hoppe/dpa (Symbolbild)

Kinder und Jugendliche ab Klasse 5 können in Hessen mit Psycholog:innen sprechen. Das scheint nötig, denn die psychischen Probleme haben während Corona deutlich zugenommen..

Zunehmend viele Schülerinnen und Schüler in Hessen leiden – gerade auch in Folge der Corona-Pandemie – unter psychischen Problemen. Nun sollen Video-Sprechstunden Abhilfe schaffen.

In Hessen gibt es zurzeit 120 Planstellen für die Schulpsychologie. Auf jede Stelle kommen damit mehr als 6300 Schüler oder Schülerinnen. Das sind vergleichsweise wenige, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) doch ein Verhältnis von einem oder einer Schulpsycholog:in zu 2500 Schülern und Schülerinnen. Gleichzeitig haben auch in Hessen die psychischen Erkrankungen aufgrund der Corona-Einschränkungen wie Schulschließungen und Home-Schooling zugenommen. Auch die Zahl der Suizide ist gestiegen.

Zu wenig Fachkräfte

Die Bedeutung des Themas ist in der Schülerschaft selbst und in der Politik angekommen. Schnelle Abhilfe ist aber angesichts des Mangels an ausgebildeten Fachkräften nicht in Sicht.

Nun bietet die hessische Schulpsychologie wie bereits schon einmal im Frühjahr dieses Jahres zusammen mit der Landesvertretung der Schülerinnen und Schüler Videosprechstunden an. Das Angebot ist für Kinder und Jugendliche an den weiterführenden Schulen gedacht, die psychologische Unterstützung benötigen. Im Unterschied zu früher richtet sich das Angebot in diesem Schuljahr nicht ausschließlich an die Abschlussklassen, sondern auch an alle Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 5.

Emotional geschädigt

Das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen ist während der Covid-19-Pandemie stark beeinträchtigt worden. Das machen die Studien „Kind sein in Zeiten von Corona“ und „Aufwachsen in Deutschland“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) deutlich.

Mehr Weinen, Rückzug, Kopf- und Bauchmerzen, Probleme mit Gleichaltrigen, Hyperaktivität und Konzentrationsschwierigkeiten haben die befragten Eltern bei ihren Kindern im Vergleich zu vor Corona festgestellt.

Am stärksten betroffen waren junge Menschen, deren Eltern finanziell belastet sind, über einen geringeren Bildungsabschluss verfügen oder einen Migrationshintergrund haben. pgh

Mehr Informationen unter dji.de

Dabei kann es beispielsweise auch einfach darum gehen, wie man Prüfungsphasen erfolgreich bewältigt. Die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen stehen aber auch für alle anderen Sorgen und Probleme in einem Vier-Augen-Gespräch zur Verfügung.

Schülervertretung aktiv

„Mit unserer Online-Sprechstunde schaffen wir ein niedrigschwelliges Unterstützungsangebot, das Schülerinnen und Schülern dabei hilft, den Schulalltag wieder besser zu bewältigen und mit der ganz natürlichen Angst vor Prüfungen umzugehen“, erklärt dazu Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Er sei der Landesvertretung der Schülerinnen und Schüler in Hessen sehr dankbar, dass sie „das wichtige Thema psychische Gesundheit gemeinsam mit uns in den Mittelpunkt rückt“. Denn Corona habe auch hier deutliche Spuren hinterlassen.

Bis zu den Sommerferien gibt es mehrere Video-Gesprächstermine. Das sind der 6. Dezember, 8. Februar, 30. März, 23. April und 16. Mai. Die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen haben kürzlich dazu ein Informationsschreiben mit Hinweisen und Zugangsdaten für die Sprechstunden erhalten.

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