Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hessen

Hessischer Landtag unterstützt die Erinnerung in Hadamar

Euthanasie-Gedenkort in Hessen richtet sich auf immer mehr Besucher ein. Der Ausbau der Gedenkstätte schreitet voran

Der Hessische Landtag unterstützt den Ausbau der Euthanasie-Gedenkstätte Hadamar. In der mittelhessischen Stadt waren von Januar 1941 bis zum Kriegsende 1945 etwa 14 500 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen durch das NS-Regime ermordet worden. Alle Landtagsfraktionen unterstützten in der vergangenen Woche einen entsprechenden Antrag der Fraktionen von CDU, Grünen, SPD und FDP.

Der CDU-Abgeordnete Tobias Utter lobte, die Gedenkstätte betreibe „seit vielen Jahren eine aktive und engagierte Aufklärungsarbeit“. Das spiegele sich auch in den steigenden Besucherzahlen wider.

Nach Angaben der Gedenkstätte kamen im Jahr 2019 insgesamt 13 500 Schüler:innen und weitere 9000 Besucher:innen. Das teilte der stellvertretende Leiter der Gedenkstätte, Sebastian Schönemann, auf Anfrage der FR mit. „Die Gedenkstätte stieß an ihre Grenzen und wir mussten Leuten absagen“, berichtete Schönemann. Er zeigte sich erfreut über die Unterstützung.

Der Umbau soll bis 2025 fertiggestellt werden. Die Kosten von rund 14 Millionen Euro teilen sich der Bund, das Land Hessen und der Landeswohlfahrtsverband. Zudem stieg mit dem Landeshaushalt 2020 die institutionelle Förderung.

Erweiterung

4,07 Millionen Euro steuert das Land Hessen für die Neukonzeption der Gedenkstätte Hadamar bei. Der Landeswohlfahrtsverband beteiligt sich mit 4,6 Millionen Euro, der Bund mit 5,42 Millionen Euro.

Seit 1983 gibt es die Gedenkstätte. Mit der Erweiterung soll die Ausstellungsfläche von 1200 auf 2300 Quadratmeter wachsen. Im Jahr 2019 besuchten 22 500 Personen die Gedenkstätte, davon 13 500 Schüler:innen. prjb

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Martina Feldmayer, findet das genau richtig. „Wir dürfen die Opfer nicht vergessen und müssen diesen Gedenk- und Lernort stärken“, sagte sie. Vor dem aktuellen Hintergrund von Hass und Ausgrenzung, Diskriminierung und Abwertung von Menschen müsse man „aus unserer Vergangenheit heraus Verantwortung übernehmen und für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft eintreten“. Die Sozialdemokratin Angelika Löber unterstrich, dass solche Gedenkstätten immer wichtiger würden, da es kaum noch Zeitzeugen gebe.

Nach Angaben von Sebastian Schönemann hat sich die Neukonzeption durch die Corona-Pandemie etwas verzögert. Die Ausstellungsfläche wird auf 2300 Quadratmeter verdoppelt. Ein Teil der zusätzlichen Fläche wurde bis 2017 von der benachbarten Vitos-Klinik genutzt. Nun würden diese Räume erschlossen und ein Rundgang eingerichtet.

Die bisherige Dauerausstellung in der Gedenkstätte ist mehrere Jahrzehnte alt und soll didaktisch anhand exemplarischer Biografien neu konzipiert werden. Die Angebote sollten barrierefrei sein und multimediale Angebote beinhalten. Der Landtag unterstützt zudem den Gedanken, beispielsweise den umliegenden Friedhof in das Gesamtensemble einzubeziehen.

Lehrkräfte arbeiten an der Gedenkstätte und beteiligen sich daran, pädagogisches Material zu erstellen. Der Landtag befürwortet es, ihre Stundenzahl für diese Arbeit auszubauen. Auch soll eine Empfehlung in den Lehrplan eingebaut werden, solche Gedenkstätten mit Schülerinnen und Schülern zu besuchen.

Schönemann begrüßte, dass 100 000 Euro für digitale Angebote von der Landeszentrale für politische Bildung dazukämen. Diese Angebote seien schneller umzusetzen als das restliche Konzept und könnten schon während der Pandemie realisiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare