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Lastentransport per Rad ist möglich, in Frankfurt aber nicht immer einfach.
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Lastentransport per Rad ist möglich, in Frankfurt aber nicht immer einfach.

Hessen

Hessischer Landtag: Kommission berät über Verkehrswende

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Im Landtag beschäftigt sich eine Enquetekommission mit der „Mobilität der Zukunft in Hessen 2030“. Zum Auftakt kommen zwei Wissenschaftler und eine Praktikerin zu Wort.

Die Fachleute fordern politischen Mut. Mut, dem motorisierten Individualverkehr Grenzen zu setzen. Jahrzehntealte Organisationsstrukturen aufzubrechen. Mobilität berühre viele Sektoren, „es bedarf einer integrierten Betrachtung“, fordert Volker Blees. „Ein Kulturwandel ist erforderlich.“ Fahrgemeinschaften etwa seien die Lösung gegen einen Stau, nicht der Bau einer weiteren Fahrspur. Beim betrieblichen Verkehrsmanagement sei noch einiges Potenzial zu heben.

Die Experten

Volker Bleese hat seit 2014 an der Hochschule Rhein-Main den Lehrstuhl für Verkehrswesen im Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen inne. Seine Schwerpunkte sind unter anderem innovative strategische Verkehrsplanungen sowie umwelt- und klimabezogene Mobilitätskonzepte.

Maria Vassilakou ist Stadtplanerin. Als Vizebürgermeisterin von Wien war sie 2010 bis 2019 zuständig für für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und Bürger:innenbeteiligung. Die Stadtplanerin machte sich einen Namen mit innovativen Projekten, etwa dem Einführen einer 365-Euro-Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr.

Stephan Rammler ist Politologe und wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin. Er arbeitet in der Mobilitäts- und Zukunftsforschung und ist Experte für nachhaltige, postfossile Mobilität. Der Gründungsdirektor des Instituts für Transportation Design (ITD) ist Professor für Transportation Design & Social Sciences an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. jur

Der Professor für Verkehrswesen an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden ist einer von insgesamt drei Mutmacher:innen, welche die Landtagsabgeordneten zur ersten öffentlichen Sitzung der Enquetekommission am Montag eingeladen haben. Das ambitionierte Thema: „Mobilität der Zukunft in Hessen 2030“. Bis Februar 2023 muss der Abschlussbericht vorliegen. Grundlage ist ein Antrag von SPD und FDP, dem alle Fraktionen zustimmten – außer der AfD.

Moderne Technik kann dabei helfen, die Klimaziele zu erreichen. Homeoffice, ein Infoportal, das die gesamte Wegstrecke abbildet - vom Parkplatz am Bahnhof bis zur letzten Meile mit dem Leihfahrrad. Die Digitalisierung hat enormes Potenzial, sagt Stephan Rammler, Politologe und wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin. Mit Handlungsanreizen seien Änderungen schneller erreichbar als mit einer juristisch schwer durchsetzbaren Citymaut. Und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und von Radwegen allein reiche der Erfahrung nach nicht aus. Politik müsse sich trauen, unbequeme Entscheidungen zu fällen. Etwa den Parkraum verteuern oder abbauen.

Wien ist diesen Schritt gegangen. Auf früheren Autostellplätzen kommt jetzt die Nachbarschaft zusammen. Die einst verkehrsumtobte Einkaufsstraße steht heute voll mit Bänken und Tischen. Es gibt neue gute Radwege, ein großes Carsharing-Angebot und sogar ein Wegenetz zum Flanieren mit Beschattung, Sitzgelegenheiten und fußgängerfreundlicher Ampelschaltung. Den Durchbruch brachte aber auch erst das 365-Jahres-Ticket, sagt Maria Vassilakou, Vizebürgermeisterin von 2010 bis 2019. Inzwischen ließen die meisten Pendelnden ihre Fahrzeuge an S-Bahn-Halts vor den Toren der Stadt stehen. Der Fokus müsse auf Lebensqualität und Teilhabe liegen: „Eine gute Stadt für Kinder ist eine gute Stadt für alle.“

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