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Das Wissenschaftsressort von Angela Dorn (Grüne, unser Bild) „begrüßt“ das Teilen von Führungspositionen. In Stellenausschreibungen wird diese Möglichkeit hervorgehoben.
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Das Wissenschaftsressort von Angela Dorn (Grüne, unser Bild) „begrüßt“ das Teilen von Führungspositionen. In Stellenausschreibungen wird diese Möglichkeit hervorgehoben.

Landespolitik

Hessische Landesregierung bietet Führungsjobs in Teilzeit

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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In der hessischen Landesregierung nutzen fast nur Frauen die Chance zum Teilen von Führungspositionen. Die SPD wünscht mehr „Herzblut“, um auch Männer zu überzeugen.

In Führungspositionen der hessischen Landesregierung ist es möglich, in Teilzeit zu arbeiten. Genutzt wird diese Option fast ausschließlich von Frauen. Das geht aus der Antwort der schwarz-grünen Regierung auf eine Anfrage von neun weiblichen SPD-Landtagsabgeordneten hervor.

Demnach hatte das Wirtschaftsministerium von Tarek Al-Wazir (Grüne) bereits 2016 eine Referatsleitung gezielt als „geteilte Führungsposition“ besetzt. Das galt als „Pilotprojekt“. Es zeitigte Erfolg: „Zwei Teilzeitkräfte nehmen die Funktion seither gemeinsam wahr“, teilt Sozial-Staatssekretärin Anne Janz (Grüne) mit, die die Übersicht aus den Ministerien zusammengetragen hat.

Dabei gilt wie in allen Ressorts: Es sind die Frauen, die von der Möglichkeit der Teilzeitarbeit auch in Leitungsjobs Gebrauch machen. Im Wirtschaftsministerium gibt es mittlerweile sieben Menschen, die in Teilzeit Referate leiten. Sechs davon sind Frauen.

So ist es fast überall: von Volker Bouffiers Staatskanzlei, wo acht der neun Referatsleitungen in Teilzeit weiblich sind, über das Finanzministerium (sechs von sieben) bis zu den Ministerien für Justiz, Kultus, Wissenschaft und Kunst oder Umwelt, wo jeweils ausschließlich Frauen Referate in Teilzeit leiten. Im Sozialministerium sind hingegen je zwei Frauen und zwei Männer in dieser Leitungsfunktion in Teilzeit tätig.

In der Staatskanzlei würden „Führungspositionen immer mit dem Zusatz der Arbeitszeitflexibilisierung ausgeschrieben“, teilt die Landesregierung mit. Das Wissenschaftsressort von Angela Dorn (Grüne) „begrüßt“ das Teilen von Führungspositionen. In Stellenausschreibungen werde diese Möglichkeit hervorgehoben.

Die SPD bedauert, dass die schwarz-grüne Regierung „nicht wirklich viel Herzblut“ in ihre Bemühungen stecke, Führungsjobs durch die Möglichkeit von Teilzeitarbeit attraktiver zu machen. Die frauenpolitische Sprecherin der SPD, Nadine Gersberg. vermisst eine Offensive, um mehr Männer davon zu überzeugen, Teilzeit zu arbeiten.

„Die Regierung muss verdeutlichen, dass es willkommen ist, wenn Männer auch Care-Arbeit erledigen“, sagt Gersberg. Mit „Care-Arbeit“ sind Tätigkeiten im Haushalt, bei der Kindererziehung und in der Pflege gemeint.

Die meisten Führungspositionen in der Landesverwaltung weist die Polizei aus. Fast 200 Personen übernehmen dabei Vorgesetzten- oder Leitungsfunktionen in Teilzeit, wie aus der Antwort der Landesregierung hervorgeht. Davon seien 160 Frauen und 38 Männer.

Bei den Abteilungsleitungen, also eine Hierarchiestufe über den Referaten, ist Teilzeit nicht üblich. Trotzdem haben die Frauen etwa in der Führung der Polizei aufgeholt. Immerhin jede vierte Abteilungsleitung wurde in der Zeit seit 2017 mit einer Frau besetzt.

Nur im Innenministerium von Peter Beuth (CDU) ist davon noch nichts zu spüren. Dort stehen nur Männer an der Spitze der acht Abteilungen. Fehlanzeige in Sachen Abteilungsleiterinnen vermelden auch die Ressorts Finanzen und Justiz. Im Kultusministerium wurden in diesem Jahr zwei Frauen an die Spitze von Abteilungen berufen, nun beträgt der weibliche Anteil 40 Prozent. So hoch liegt er sonst nur im Wissenschaftsressort mit ebenfalls 40 Prozent sowie im Umweltministerium.

Im Haus von Priska Hinz (Grüne) ist die Hälfte der Abteilungsleitungen mit Frauen besetzt. Seit 2017 wurden vier Mal solche Stellen neu vergeben. Einmal berief sie einen Mann, dreimal Frauen.

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