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Wiener Würstchen hängen in der Wurstfertigung einer Fleischerei.
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So viele Würstchen und noch viel mehr wurden im hessischen Landtag verspeist

GUT GEBRÜLLT

Hessische Würstchenkunde

  • Pitt v. Bebenburg
    VonPitt v. Bebenburg
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Es fällt schwer, in dieser Woche Scherze zu machen, denn wir haben gemeinsam im hessischen Landtag um Christopher Plass getrauert. Er war ein großartiger Hörfunkjournalist, der aus Madrid, Bonn, Berlin, Brüssel und Wiesbaden berichtet hat und über viele Jahre als souveräner Sprecher für die Landespressekonferenz Hessen auftrat, also als Interessenvertreter für uns Korrespondentinnen und Korrespondenten im Landtag.

Im vorigen Jahr ist Christopher Plass vorzeitig und gesund in den Ruhestand gegangen, tauchte aber ab und zu noch bei politischen Terminen auf. Jetzt ist er mit 63 Jahren an einer kurzen, schweren Krankheit viel zu früh gestorben.

Viele Menschen aus der Landesregierung, dem Landtag, Pressestellen und Medien nahmen Abschied von einem prägenden Parlamentsjournalisten, darunter etliche Ehemalige wie der frühere Wirtschaftsminister Florian Rentsch und Ex-Regierungssprecher Dirk Metz. Hauptredner war der Intendant des Hessischen Rundfunks, Manfred Krupp.

Das Lachen des verstorbenen Kollegen

Zu der Trauerfeier im Landtag hatten die Kolleginnen und Kollegen des HR eine berührende Klangcollage zusammengestellt. So schallte Christophers Stimme durch das Parlamentsfoyer – und immer wieder sein Lachen. Insbesondere als er versuchte, ganz ernsthaft die Vorschriften für Knöpfe und Kragen der neuen hessischen Polizeiuniformen in einem Radiobeitrag zu würdigen.

Im Jahr 2014 hatten Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland neue blaue Polizeiuniformen vorgestellt. Der damalige Hessische Landespolizeipräsident Udo Münch betonte, man habe die Wünsche von Polizistinnen und Polizisten bei den Kleidungsstücken berücksichtigt. So enthielten die Mützen etwa keine schweißtreibenden Kunststoffe mehr. Christopher hätte darüber eine wunderbare Glosse verfasst, wenn seine Redaktion nicht einen seriösen Beitrag angefordert hätte. Und vor allem, wenn ihn nicht ständig der Lachreiz überkommen hätte.

Es gibt genug Anlässe für Gelächter im Landtag, auch in dieser Woche wieder. Denn am Mittwoch, dem Weltstatistiktag, wurden die offiziellen Statistiken über den Hessischen Landtag veröffentlicht.

Mehr als 1000 Stunden in Ausschusssitzungen

Was die Abgeordneten nicht alles geleistet haben in dieser Wahlperiode, also seit Anfang 2019! Sie haben 92 Gesetze beschlossen, 739 Anträge gestellt, 1050 Stunden in Ausschusssitzungen zugebracht (und wir Reporter:innen ungezählte Stunden zusammen mit ihnen). Die Stenografinnen und Stenografen protokollierten derweil die Plenarsitzungen auf 6566 Seiten. Während die Hessinnen und Hessen sich mit 3015 Petitionen an ihr Landesparlament wandten.

Das hessische Statistikamt beschränkt sich bei seiner Zählung aber nicht auf das Politische. Es lässt uns wissen, dass im Landtag 2139 Scheiben zu reinigen sind, mit einer Glasfläche von 6808 Quadratmetern. Und, besonders wichtig: Seit Januar 2021 wurden im Landtagsrestaurant 1925 Würstchen verspeist, nämlich Bock-, Rinds- und Frankfurter.

Wie viele Würstchen treiben sich im Landtag herum?

Das alles hat uns die Pressestelle des Landtags nicht verschweigen wollen. Worauf die Linken-Fraktion spottete, man wisse nur immer noch nicht, wie viele Würstchen sich im Landtag herumgetrieben hätten.

Christopher Plass hätte sich über diese hessische Würstchenkunde prächtig amüsiert. Ihm hätte es aber auch gefallen, wie seine Mitstreiter:innen von ihm Abschied genommen haben. Traurig, aber dem Leben und seinen lustigen Seiten zugewandt.

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