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Hessen

Hessische Verbände schlagen Alarm: Benachteiligte Menschen in Wohnungsnot

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Die Wohlfahrtsverbände in Hessen sehen schlimme Folgen der Wohnungsnot von behinderten Menschen, geschlagenen Frauen und Geflüchteten. Sie fordern eine deutliche Steigerung des sozialen Wohnungsbaus und schlagen eine Reihe von Verpflichtungen vor

Bei häuslicher Gewalt finden Frauen und Mädchen Hilfe in Beratungsstellen.

Die hessischen Wohlfahrtsverbände appellieren dringend an die Landesregierung, mehr sozial geförderten Wohnraum zu schaffen. „Wohnen ist ein Menschenrecht“, betont die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in einem Positionspapier, das sie am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz vorstellte.

Hintergrund ihrer Forderungen ist die Situation von benachteiligten Bevölkerungsgruppen, die sich zu einem erheblichen Teil keine Wohnungen leisten könnten. Gemeint sind damit Menschen mit Beeinträchtigungen oder psychischen Erkrankungen, Suchtkranke, Haftentlassene, schutzsuchende Frauen oder geflüchtete Menschen.

Dramatische Auswirkungen

Die Wohlfahrtsverbände beschrieben einen Dominoeffekt. Weil Menschen aus diesen Gruppen oft keine bezahlbare Wohnung fänden, blieben sie in stationären Einrichtungen, Notunterkünften oder Frauenhäusern. Dort würden aber dringend freie Plätze für neue Klientinnen und Klienten benötigt. Das stelle die sozialen Einrichtungen „vor große Probleme, um vor allem in Notfällen auch unbürokratisch helfen zu können“, sagte Stefan Baudach von der Caritas.

Wie dramatisch sich das Defizit auswirkt, schilderte Andrea Schilling vom Frauenhaus Bergstraße. „Wir müssen vielen Frauen absagen“, bedauerte sie. Das könne zur Folge haben, dass Frauen erneut der Gewalt ausgeliefert seien und im schlimmsten Fall umgebracht würden.

Einkommen unter 1000 Euro

Um die Situation der betroffenen Gruppen zu erforschen, hatten die Verbände eine Studie beim Institut Regiokontext in Auftrag gegeben. Daran beteiligten sich nach dessen Angaben 360 soziale Einrichtungen in Hessen, die fast 20 000 Klientinnen und Klienten unterstützen. Diese Menschen benötigten oft länger ein Jahr, um eine Wohnung zu finden – so berichteten es 41 Prozent der Einrichtungen. Der wichtigste Grund: Ihr Einkommen ist mit weniger als 1000 Euro im Monat zu gering. Aber auch Vorurteile spielten eine Rolle.

Diakonie-Referent Uwe Seibel mahnte eine Verpflichtung an, Wohnungskontingente für benachteiligte Menschen vorzusehen. Annette Wippermann vom Paritätischen Wohlfahrtsverband verlangte, in neuen Baugebieten müssten jeweils ein Drittel für Sozialwohnungen und Wohnungen des zweiten Förderwegs – also für Menschen mit etwas höheren Einkommen – vorgesehen werden. Landeseigene oder kommunale Wohnungsbaugesellschaften dürften keinen Bestand mehr veräußern. Daneben müsse es verbindliche Regelungen in der Hessischen Bauordnung geben, wonach ausreichend Wohnungen barrierefrei gebaut werde.

Rubriklistenbild: © Michael Schick

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