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Nora Lohmiller ist Organisatorin des diesjährigen Hessischen Schüler:innen-Kongresses. Sie gehört dem Vorstand der Landesschüler:innen-Vertretung an und ist Vorsitzende des Ausschusses für Soziale Teilhabe. Die 18-Jährige macht gerade Abitur an der Rudolf-Koch-Schule in Offenbach, deren Schulsprecherin sie ist.
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Nora Lohmiller ist Organisatorin des diesjährigen Hessischen Schüler:innen-Kongresses. Sie gehört dem Vorstand der Landesschüler:innen-Vertretung an und ist Vorsitzende des Ausschusses für Soziale Teilhabe. Die 18-Jährige macht gerade Abitur an der Rudolf-Koch-Schule in Offenbach, deren Schulsprecherin sie ist.

Anti-Rassismus

Hessische Schülerin: „Wir müssen in der Schule anfangen, den Rassismus zu bekämpfen“

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Nora Lohmiller hat den hessischen Schüler:innen-Kongress HeSchKong organisiert. Ein Interview über die Gefährdung von Kinderrechten und den erschwerten Kampf gegen Rassismus.

Coronabedingt muss der diesjährige hessische Schüler:innenkongress (HeSchKong) zwar online stattfinden. Doch es ist ein Riesenprogramm, das die hessische Schülervertretung da auf die Beine gestellt hat. Wir haben mit der Organisatorin gesprochen und gefragt, warum es eigentlich nicht ums Homeschooling und die Isolation vieler Kinder und Jugendlicher geht.

Nora, was ist für Hessens Schülerinnen und Schüler das zurzeit drängendste Problem?

Es gibt eine extrem starke psychische Belastung in dieser Corona-Krise, und auch die Kinderrechte werden nicht wirklich respektiert. Das wird einfach nicht richtig wahrgenommen. Viele sitzen zu Hause im Homeschooling, können keine Freunde treffen, haben vielleicht in der Familie Probleme. Da müsste viel mehr Aufmerksamkeit darauf gelegt werden.

Wenn Kinder und Jugendliche in den eigenen vier Wänden eingesperrt sind, kaum Sport machen können, niemanden treffen, mit dem Lernen nicht hinterher kommen und sich die Politik nicht so richtig kümmert: Läge es da nicht nahe, den hessischen Schüler:innen-Kongress genau diesen Problemen zu widmen?

Ja, logisch. Auf der anderen Seite gibt es aber unfassbar viele Probleme, die wir wegen Corona gerade nicht sehen. Dazu gehört Rassismus. Wir haben ja gesehen, die Morde in Halle und Hanau und die Ermordung George Floyds in Amerika. Rassismus ist in der Gesellschaft ein Riesenthema, da müssen wir auch in der Schule dazu Stellung nehmen. Jetzt ist die perfekte Zeit dafür.

Wo in Schule gibt es Probleme mit Rassismus?

Die Frage ist ja, wie kann ein Attentäter überhaupt auf die Idee kommen, solche rassistischen Morde zu begehen. Die Denkweise dafür, die kann auch in der Schule ihren Nährboden finden, und deshalb sollte genau dort dagegen gearbeitet werden. Aber das passiert viel zu wenig. Wenn wir eine offene, rassismus-kritische Gesellschaft wollen, müssen wir in der Schule damit anfangen.

Der Kongress

Der HeSchKong (Hessischer Schüler:innen-Kongress) findet von Dienstag, 18. Mai, bis Donnerstag, 3. Juni, auf Youtube und Zoom statt.

Rassismus ist das Thema der Workshops, Interviews und Diskussionen. pgh

Das gesamte Programm gibt es unter www.lsv-hessen.de/heschkong-21

Haben Sie erlebt, dass Lehrer rassistisch auftreten?

Mir ist aufgefallen, dass zu wenig aufgeklärt und zu wenig miteinander diskutiert wird. Was ist Rassismus, wie kann ich ihm begegnen? Das wird viel zu wenig thematisiert, und vielleicht wissen die Lehrer:innen ja auch selbst keine Antwort drauf. Das ist okay, aber dann muss man eben Expert:innen von außen in die Schulen holen. Die gibt es ja, sogar ziemlich viele, die werden aber viel zu wenig eingeladen. Genau aus diesem Grund, bietet die Landesschüler:innenvertretung mit diesem digitalen Kongress eine Plattform für Diskussionen mit Expert:innen.

Ein Programmpunkt im HeSchKong heißt Love Speech. Was verbirgt sich hinter dem Begriff?

Man kennt ja den Begriff Hate Speech, vor allem im Internet, und das wurde jetzt in das Gegenteil verwandelt. In dem Workshop geht es um Menschenfeindlichkeit im Netz und darum, wie wir dem aktiv entgegentreten können.

Kommen wir noch einmal auf den Beginn unseres Gesprächs zurück. Ganz viele Schüler:innen sitzen zu Hause vor dem Rechner, jeder und jede für sich. Viele schon seit Monaten. Was bedeutet das für den Umgang mit Rassismus?

Rassismus wird natürlich ganz massiv im Netz ausgeübt. Wir haben ja oft keinen gemeinsamen Unterricht und können nicht direkt miteinander reden oder sehen, wenn sich jemand rassistisch angegriffen fühlt. Wenn das jetzt vor allem durch das Internet vermittelt wird, ist es nicht so sichtbar, bekommen andere das gar nicht mit. Man ist dem somit schutzlos ausgeliefert. Das ist ein großes Problem, weshalb es auch gut ist, dass wir bei unserem Kongress nun offen darüber sprechen können.

Interview: Peter Hanack

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