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Arbeiten von zuhause hat in Corona-Zeiten zugenommen

Hessen

Hessische FDP fordert Recht auf Homeoffice – in der Verwaltung

Hessische FDP-Fraktion dringt auf einen Anspruch auf mobiles Arbeiten. Der soll aber nicht für Unternehmen gelten, sondern in der Landesverwaltung.

In Zeiten der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass Arbeiten aus dem Homeoffice häufiger möglich ist als zuvor gedacht, auch in der Verwaltung. Die hessische FDP-Fraktion will erreichen, dass daraus ein Kulturwandel in der Arbeitswelt entsteht.

Vorreiter soll dabei die hessische Landesverwaltung sein. „So kann der Staat ein Vorbild für Unternehmen sein, ohne in die Dispositionsfreiheit der Unternehmer einzugreifen“, erklärte der hessische FDP-Fraktionsvorsitzende René Rock.

Gesetzentwurf vorgelegt

Gemeinsam mit seinen Kollegen Oliver Stirböck und Stefan Müller legte Rock am Mittwoch einen Gesetzentwurf vor, der hessischen Beamtinnen und Beamten einen Anspruch auf mobiles Arbeiten bescheren soll. Ergänzt wird er durch einen Antrag, mit dem auch die Tarifbeschäftigten im Landesdienst dieses Recht erhalten sollen.

Ausdrücklich soll sich der Anspruch nicht auf Arbeiten von zuhause beschränken. Die Tätigkeit soll vielmehr von jedem beliebigen Ort erbracht werden können. Das sei „ein Vorteil, der sowohl der Familie als auch der Zufriedenheit der Arbeitnehmer entgegenkommt“, stellte Rock fest. Damit könne die Landesverwaltung ein attraktiverer Arbeitgeber werden. Daneben könne der Pendlerverkehr verringert werden.

Geräte für alle

Notwendig wäre für die Umsetzung eine flächendeckende Ausstattung der Bediensteten mit mobilen Geräten und digitalen Anwendungen sowie Personal für die IT-Betreuung. Der Digitalpolitiker Stirböck sagte, die Kosten ließen sich noch nicht beziffern. Es sei möglich, dass sie sich auf mehr als 2000 Euro pro Bedienstetem beliefen.

Die FDP schlägt vor, dass die Beschäftigten bei einer Fünf-Tage-Woche zwei Tage mobil arbeiten können. Wer in Teilzeit tätig ist, soll ebenfalls zu 40 Prozent mobil arbeiten dürfen. „Um dem Land als Arbeitgeber Vorlauf und Zeit für organisatorische Vorbereitungen zu geben, soll der Wunsch nach Teilnahme am mobilen Arbeiten drei Monate im Voraus beantragt werden“, erklärte der Abgeordnete Müller.

Zwei Tage pro Woche von unterwegs

Die 40-Prozent-Regelung hat sich die FDP ausgerechnet beim sozialdemokratischen Bundesarbeitsminister Hubertus Heil abgeschaut. Heil wollte den Anspruch auf Homeoffice für die gesamte Wirtschaft verankern und fand dabei die Unterstützung von Grünen und Linken, nicht aber von CDU, CSU und FDP. Auch die hessischen Freidemokraten sehen eine Verpflichtung von Unternehmen skeptisch. Sie stellen fest, dass mobiles Arbeiten in der Wirtschaft „oft gängige Praxis“ sei, während sich der öffentliche Dienst damit schwer tue. „Wir wollen, dass der Staat das vorlebt, sagte Rock.

Die SPD bezeichnete den Vorstoß der Freien Demokraten als Schritt in die richtige Richtung. Ihr Parlamentarischer Geschäftsführer Günter Rudolph forderte jedoch: „Man darf dann aber nicht beim öffentlichen Dienst aufhören, sondern muss den Rechtsanspruch auf Homeoffice und mobiles Arbeiten auch den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft einräumen.“

„Klare Regeln für die Arbeitszeit nötig“

Rudolph betonte, dass mit dem Homeoffice kein Abbau der Arbeitnehmerrechte verbunden sein dürfe. „Es muss weiterhin klare Regeln für die Arbeitszeit, den Arbeitsschutz und die ergonomische Ausgestaltung der Arbeitsplätze zuhause geben“, stellte der Sozialdemokrat fest.

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