1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Hessens Wirtschaft will mehr Sand, Ton und Kies schürfen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Hanack

Kommentare

Kiesabbau der Firma Sehring am Langener Waldsee: Wie viel Wald dafür fallen soll, ist ein immerwährendes Streitthema.
Kiesabbau der Firma Sehring am Langener Waldsee: Wie viel Wald dafür fallen soll, ist ein immerwährendes Streitthema. © Renate Hoyer

Hessische Unternehmervertreter fordern den leichteren Abbau von Rohstoffen in der Rhein-Main-Region und mehr Deponien für Bauschutt. Dem steht der Schutz des Bannwalds entgegen.

Angesichts stark gestiegener Preise in der Baubranche haben Vertreter der hessischen Wirtschaft gefordert, in der Rhein-Main-Region den weiteren Abbau von Rohstoffen wie Sand, Kies oder Ton sicherzustellen. Auch müssten Bauabfälle ortsnah auf Deponien entsorgt werden können. Die FDP im Hessischen Landtag unterstützt das Anliegen. Die schwarz-grüne Landesregierung dagegen hat den Schutz des Bannwalds verstärkt, der den Rohstoffabbau erschwert.

„300 000 zusätzliche Wohnungen werden bis 2040 im Ballungsraum Rhein-Main gebraucht, zudem sollen Straßen, Schienenwege und Brücken erhalten und ausgebaut werden“, sagte Thomas Reimann, Vizepräsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) am Montag in Wiesbaden. Dafür würden Sand, Kies, Natursteine und andere Rohstoffe benötigt. Diese sollten aus der Region kommen, um höhere Preise zu vermeiden.

Schnellere Genehmigungen

Christoph Hagemeier, Landesvorsitzender des Verbands der Bau- und Rohstoffindustrie, forderte dafür von der Landesregierung mehr Unterstützung. Außerdem müssten neue Deponiekapazitäten für Bauabfälle geschaffen werden. Matthias Schlotmann, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Steine und Erden Hessen-Thüringen, erwartet mehr Tempo bei den Genehmigungsverfahren. Dafür sei es nötig, Stellen in der Verwaltung früh nachzubesetzen.

Philipp Rosenberg, Geschäftsführer des Industrieverbands Steine und Erden, bezeichnete die Verschärfung des Bannwaldgesetzes vom Februar 2022 als den falschen Weg. Diese gefährde die Versorgung mit Sand und Kies im Großraum Frankfurt. Längere Transportwege für Rohstoffe aber stünden im Widerspruch zur Wohnungspolitik und den Klimaschutzzielen.

Rohstoffkosten steigen

Anfang des Jahres hatte die schwarz-grüne Koalition den Schutz des Bannwalds verschärft, auch die oppositionelle SPD hatte dafür gestimmt. Das Gesetz schließt Eingriffe in den besonders geschützten Wald zwar nicht vollständig aus, allerdings wurden die Hürden dafür höher. Schon damals hatte die hessische Wirtschaft die Neuregelung verurteilt und beklagt, dass die Rohstoffgewinnung erschwert werde und die Preise für Sand und Kies steigen würden.

Stefan Naas, wohnungsbaupolitischer Sprecher der FDP im Landtag, sprach sich ebenfalls für eine Erleichterung des Abbaus von Rohstoffen in der Region aus. Sonst werde das Bauen, teurer und damit auch der Wohnraum. Die Verschärfung des Bannwaldgesetzes müsse zurückgenommen werden.

Streitfall Langener Waldsee

Im Rhein-Main-Gebiet ist unter anderem immer wieder strittig, ob im Rodgau und am Langener Waldsee weitere Flächen für den Abbau freigegeben werden sollen oder nicht.

Auch interessant

Kommentare