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Hessens Wirtschaft kommt besser durch Corona als gedacht

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Von: Peter Hanack

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In der Gastronomie läuft es alles andere als rund. Andere Branchen kommen besser durch die Krise. dpa
In der Gastronomie läuft es alles andere als rund. Andere Branchen kommen besser durch die Krise. dpa © dpa

Die Corona-Pandemie trifft die Branchen in Hessen sehr unterschiedlich stark. Kritik gibt es von den Unternehmen vor allem an 2G-plus und an hohen Energiekosten

Die hessische Konjunktur ist besser, als es die Umstände der Corona-Pandemie erwarten ließen. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Branchen groß.

Wie die jüngste Umfrage des Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK) ergeben hat, schätzen 45 Prozent der hessischen Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als befriedigend ein. 37 Prozent halten sie sogar für gut. Immerhin 18 Prozent aber schätzen sie als schlecht ein. Der HIHK errechnet daraus den Geschäftsklimaindex. Dieser ist auf 112 gesunken, im Herbst vergangenen Jahres hatte er noch bei 115 Punkten gelegen.

Lieferengpässe stören

Was die Geschäftstätigkeit stört, sind nach Angaben der Unternehmen vor allem drei Dinge: Energiekosten und Lieferengpässe, im Gastgewerbe ist es vor allem die 2G-plus-Regel. Insgesamt hatten sich mehr als 2900 Unternehmen an der Umfrage beteiligt.

„Die Geschäftslage ist für die meisten Betriebe in Hessen zufriedenstellend angesichts der schwierigen Umstände“, berichtet HIHK-Geschäftsführer Frank Aletter. Er sieht aber auch große Unterschiede zwischen den Branchen.

DIE UMFRAGE

Dreimal im Jahr informiert der Hessische Industrie- und Handelskammertag über die Lage der hessischen Unternehmen und deren Erwartungen zu Geschäftslage, Investitionen und Beschäftigung.

Die Daten basieren auf den Angaben von rund 2900 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungssektor. Die Befragung wurde von 3. bis 21. Januar durchgeführt. pgh

So sei in weiten Teilen der Industrie, im Baugewerbe und in der Finanz- und Versicherungswirtschaft die Lage sehr gut. Im hessischen Handel sei die Konjunktur insgesamt betrachtet immerhin noch „leicht positiv“. Schlecht dagegen laufe es im Gastgewerbe, in der Veranstaltungs- und in der Reisebranche.

So schätzten drei von vier Betrieben im Gastgewerbe die eigene Situation als schlecht ein. Und auch nur knapp 30 Prozent erwarteten eine Verbesserung. „Die geltenden Corona-Regeln treffen diese Betriebe hart“, sagt Aletter. Besser werde es erst mit einem Ende von 2G-plus.

Höchstgrenzen abschaffen

Aletter forderte zudem, dass auch bei Veranstaltungen die geltenden Begrenzungen für die Zahl von Besucher:innen so schnell wie möglich wegfallen sollten. Diese würden einem Aufleben von Messen und Kongressen im Wege stehen, doch seien gerade diese Veranstaltungen für einen Wirtschaftsstandort wichtig.

Viele Unternehmen kritisieren die Energiekosten. Knapp 60 Prozent sähen darin ein großes Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. In der Industrie seien es sogar 84 Prozent. Aletter fordert die schnellere Abschaffung der EEG-Umlage und eine Senkung der Stromsteuer.

Fachkräftemangel beklagt

Wegen gestiegener Preise oder aufgrund von Lieferschwierigkeiten können laut HIHK-Umfrage 44 Prozent der Industriebetriebe bestehende Aufträge nicht abarbeiten. 73 Prozent beklagten Ertragseinbußen oder steigende Kosten. Auch das Baugewerbe und der Handel seien stark von Preissteigerungen von Vorprodukten, Rohstoffen, Waren und Energie sowie von Lieferengpässen betroffen. 58 Prozent der hessischen Unternehmen würden zudem im Fachkräftemangel ein großes Geschäftsrisiko sehen.

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