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Hessens Wirtschaft fordert mehr Platz für den Güterverkehr

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Von: Peter Hanack

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Vom Schiff auf die Schiene oder die Straße: Auch der kombinierte Verkehr soll in Hessen reibungsloser funktionieren.
Vom Schiff auf die Schiene oder die Straße: Auch der kombinierte Verkehr soll in Hessen reibungsloser funktionieren. © Andreas Arnold

Die hessischen Unternehmerverbände halten den Ausbau von Straße und Schiene für dringend nötig. Auch müssten die Bedingungen für Lastwagenfahrer verbessert werden.

Mehr Stellplätze für Lastwagen an den Autobahnen, mehr Gleise für den Güterverkehr auf der Schiene und mehr Terminals für den Warenumschlag zwischen Schiff, Bahn und Straße: Das sind Erwartungen der hessischen Wirtschaft an eine künftige Landesregierung.

Die Landespolitik müsse dem Güterverkehr mehr Beachtung schenken. Diesen Appell richtete die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) am Montag an eine Landesregierung, die nach der Landtagswahl im nächsten Jahr bestimmt wird. Güterverkehr müsse gleichberechtigt neben dem Personenverkehr gesehen werden, so die Kernforderung.

220 Millionen Euro für Straßen

„Unsere Unternehmen brauchen bessere und mehr neue Straßen, um Staus und Umwege zu verringern“, sagte Klaus Rohletter, Vorsitzender des VhU-Verkehrsausschusses. Das Land müsse die Investitionen von derzeit 150 Millionen Euro auf mindestens 220 Millionen Euro steigern.

Straßen, Schienen- und Schifffahrtswege in Hessen seien veraltet und den Anforderungen des Güterverkehrs vielerorts nicht mehr gewachsen, kritisiert die VhU. Auch müssten die „Unterwegs-Bedingungen“ für die Lastwagen-Fahrer verbessert werden, so Thorsten Hölser, Geschäftsführer des Speditions- und Logistikverbands. Beispielsweise müssten mehr Stellplätze geschaffen werden, schon jetzt fehlten 3000. Der Fahrermangel sei „dramatisch“, rund 56 000 Stellen seien nicht besetzt, jedes Jahr nehme diese Zahl um 20 000 zu. Der Mangel führe zu sinkenden Transportkapazitäten und damit zu steigenden Preisen bei den transportierten Waren.

Neue Gleise für das Überholen

Auch die Eisenbahninfrastruktur müsse ausgebaut werden, sagte Jörg Roth, Geschäftsführer des Verkehrsausschusses beim Verband der Chemischen Industrie Deutschland. Sonst seien die Klimaziele nicht zu erreichen. Er forderte, Güter-, Regional- und Fernzüge zu „entmischen“. Dazu brauche es neue eigene Gleise für den Güterverkehr und Überholgleise auf den Bestandsstrecken, damit sich Züge nicht gegenseitig ausbremsten.

Christian Eichmeier, Geschäftsführer der Contargo Rhein-Main GmbH, die ein Umschlag-Terminal im Frankfurter Osthafen betreibt, mahnte: „Der kombinierte Verkehr aus Schienen-, Binnenschiff- und Straßenverkehr hat das größte Wachstumspotenzial und ermöglicht ressourcenschonende Transporte in die ganze Welt.“ Deshalb müsse dieser Verkehr wachsen können, wozu Flächen für Terminals benötigt würden.

Stefan Naas, wirtschafts- und verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, begrüßte die Forderungen der VhU. Es brauche Investitionen in den Erhalt, Aus- und Neubau von Landesstraßen. Auch der Schienenausbau müsse dringend beschleunigt werden. Naas sprach sich dafür aus, eine Schieneninfrastrukturgesellschaft zu schaffen, die die Planungen beschleunigen könne.

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