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Hessens Tarifpolitik: Stimmung gedreht

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Von: Pitt v. Bebenburg

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Verdi ver.di Demo Demonstration Wiesbaden, 12.10.2021
In den Tagen vor dem Tarifabschluss demonstrierten die Beschäftigten, hier in Wiesbaden. © Peter Jülich

Unter Roland Koch war das Land auf Kürzungskurs und die Sorgen der Gewerkschaften vor einer Abwärtsspirale nur allzu berechtigt. Heute ist der Hessentarif rehabilitiert.

Dieser Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst in Hessen ist ein Meilenstein. So viel Einigkeit war selten zwischen dem Land Hessen und den Gewerkschaften. Auch wenn noch Wünsche offen blieben, etwa bei der Entfristung von Stellen an den Hochschulen: Der Hessentarif hat sich zu einem eigenständigen System entwickelt, das Vorteile für Beschäftigte bringt – von der Übernahmegarantie für Azubis bis zum kostenlosen Jobticket.

Wer hätte das gedacht?

Wer hätte das gedacht, als die Regierung von Roland Koch 2004 den Austritt aus der Tarifgemeinschaft der Länder erklärte? Damals war das Land auf Kürzungskurs, und die Sorgen der Gewerkschaften vor einer Abwärtsspirale waren nur allzu berechtigt. Heute, da die Finanzminister in Corona-Zeiten mit Milliardensummen jonglieren und Fachkräftemangel der Verwaltung in vielen Bereichen Schwierigkeiten bereitet, hat sich die Stimmung gedreht.

Hessen ist bereit, seinen Bediensteten bessere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen als andere Länder. Bei den Gewerkschaften hat sich die Abneigung gegen den eigenen Hessentarif dadurch nahezu ins Gegenteil verkehrt. Welch eine Wende!

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