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Nach langem Streit: Hessens Schulen bekommen endlich ein einheitliches Videosystem

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Von: Peter Hanack

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Digitaler Unterricht in Schulen und zu Hause: Corona hat dem Datenschutz ein neues großes Problemfeld beschert.
Digitaler Unterricht in Schulen und zu Hause: Corona hat dem Datenschutz ein neues großes Problemfeld beschert. Nun soll ein neues Tool in Hessen für Sicherheit bei Videokonferenzen sorgen. © Marijan Murat/dpa

Die jahrelange Hängepartie um eine Videofunktion im hessischen Schulportal soll nach den Sommerferien zu Ende gehen. Der Streit um die Auftragsvergabe ist beendet, Big Blue Button kann starten.

Zur Zeit des Homeschoolings, als Hessens Schulen geschlossen blieben, wurde es schmerzlich vermisst. Nun endlich soll das lange angekündigte einheitliche Videokonferenzsystem eingeführt werden – eigentlich sollte es spätestens im Sommer 2021 zur Verfügung stehen.

Hessens Lehrkräfte und die Schülerschaft sollen sich künftig auch dann von Angesicht zu Angesicht begegnen können, wenn Unterricht nicht im Klassenraum stattfinden kann. Spätestens Ende September soll es für alle ein einheitliches Videokonferenzsystem geben – so wie es das hessische Kultusministerium zuletzt kurz vor Weihnachten 2021 angekündigt hatte. Dass es nun tatsächlich so kommt, ist alles andere als selbstverständlich, wie die Erfahrung zeigt.

Eingesetzt werden soll das Programm Big Blue Button, wie der Hessische Rundfunk am Dienstag berichtete. „Dieses Tool kennen viele bereits, nun soll es etwas verändert und mit besserer Leistungsfähigkeit von den Schulen verwendet werden können“, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums der Frankfurter Rundschau. Das Videokonferenzsystem wird Teil des hessischen Schulportals, das alle Schulen kostenlos nutzen können.

Schulen am Netz

1616 der 2005 Schulen in Hessen (81 Prozent) sind laut Digitalministerium gigabitfähig ans Internet angebunden. Ende 2022 sollen es alle sein.

Frankfurt, Wiesbaden , Kassel, Offenbach, Darmstadt sowie die Landkreise Odenwald, Lahn-Dill, Main-Kinzig, Limburg-Weilburg, Fulda, Groß-Gerau, Marburg-Biedenkopf, Vogelsbergkreis und Waldeck-Frankenberg haben bereits alle Schulen gigabitfähig ans Internet angebunden. pgh

Vier bis acht Wochen dauere es, das System zu installieren, sagte der Sprecher. Bis Ende September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und das Tool zur Verfügung stehen. Andere Programme wie Teams oder Zoom dürften für eine Übergangszeit weiterhin benutzt werden, heißt es aus dem Kultusministerium. Zurzeit liefen dazu Gespräche mit dem hessischen Datenschutzbeauftragten. Man gehe davon aus, dass die Frist bis Ende des Jahres gelte. Auch danach könnten die Schulen andere Tools als Big Blue Button nutzen, vorausgesetzt, diese seien ebenfalls datenschutzkonform.

Verzögert hatte sich die Einführung des Videokonferenzsystems zuletzt, weil ein unterlegener Bewerber erfolgreich gegen die Auftragsvergabe durch das Land geklagt hatte. Das Verfahren musste wiederholt werden.

Der Zuschlag der europaweiten Ausschreibung ging nun an German Edge Cloud aus Eschborn (Main-Taunus-Kreis); das Unternehmen ist auch für das Schulportal zuständig. Weitere Konkurrenzklagen habe es nicht gegeben, die Frist dafür sei auch abgelaufen, teilte der Ministeriumssprecher mit.

Erster Schultag in Hessen nach den Sommerferien ist Montag, der 5. September.

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