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Hessens Polizei: Falsche Strategie

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Von: Jutta Rippegather

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Die Beamten in Hessen sollen mehr Geld bekommen.
Polizei in Hessen © Michael Schick/Imago

Die Beamt:innen auf der Straße baden aus, was die Führung versiebt.

Da ist er wieder, der Korpsgeist, der das Image der Polizei ramponiert hat. Die falsch verstandene Solidarität, die das Ansehen der eigenen Mannschaft – Frauen sind selten dabei – über alles stellt. Was für ein anachronistisches Denken. Inzwischen weiß doch jeder, dass das Vertuschen von Fehlern die falsche Strategie ist. Nur wer Verfehlungen offenlegt und darüber spricht, sucht nach Lösungen, um sie künftig zu vermeiden.

Sollte sich der Verdacht im neuen Frankfurter Polizeiskandal bestätigen, haben die beschuldigten Führungskräfte nichts, aber auch gar nichts dazugelernt. Dann ist Hessens Polizei noch meilenweit davon entfernt, eine moderne und attraktive Arbeitgeberin zu sein und bleiben die Ankündigungen von CDU-Innenminister Peter Beuth nicht mehr als ein frommer Wunsch. Erst vor wenigen Wochen hatte er gesagt, die Empfehlungen der Expertenkommission seien zu zwei Dritteln abgeschlossen. Des Gremiums, das als Reaktion auf mehrere Skandale innerhalb der Polizei eingesetzt worden war. Der Minister hat stets darauf Wert gelegt, dass die Reformen und Änderungen nicht von oben übergestülpt werden. Sie müssten aus der Polizei selbst kommen.

Der Wille dazu scheint nicht in allen Revieren gleich ausgeprägt. Ausbaden müssen das die Beamt:innen auf der Straße. Sie kämpfen täglich mit den Folgen des Imageschadens – verursacht durch falschen Korpsgeist.

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