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Drogen

Hessens Polizei entdeckt verunreinigte CBD-Produkte

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Behörden und Beratungsstellen sind besorgt über den wachsenden Einsatz synthetischer Cannabionoide. Sie sind unberechenbar.

Die Bundesdrogenbeauftragte sprach im April von „gefährlichen Entwicklungen auf dem Rauschgiftmarkt“. Immer häufiger stießen Zoll und Polizei auf Haschisch, Marihuana oder E-Liquids, die mit synthetischen Cannabinoiden versetzt wurde. Aus dem hessischen Sozialministerium heißt es, die Risiken seien „besonders hoch“. Immer häufiger suchten Eltern und Jugendliche deshalb Rat in den Suchtberatungsstellen. „In der hessischen Suchthilfestatistik findet es bislang allerdings noch keinen nennenswerten Niederschlag“, ergänzt Ministeriumssprecherin Alice Engel.

Das könnte sich bald ändern: Laut aktuellem EU-Drogenbericht der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle nimmt die Gefahr durch mit synthetischen Cannabinoiden versetzte Haschisch- und Marihuanaprodukte zu. Allein im ersten Quartal diesen Jahres hat der Zoll mehr als 150 Kilogramm dieser „gefährlichen Mischung“ bei der Einfuhr aus der Schweiz sowie aus den Niederlanden sichergestellt, informiert die Bundesdrogenbeauftragte.

Immer mehr Gutachten

Im Jahr 2019 erstellte das Hessische Landeskriminalamt (LKA) noch Gutachten „im mittleren zweistelligen Bereich“, bei denen Verstöße im Zusammenhang mit synthetischen Cannabinoiden zugrunde lagen. „Dabei handelte es sich größtenteils um E-Liquids, Kräutermischungen und Cannabis, die zu mehr oder weniger hohem Prozentanteil mit den drei gängigen synthetischen Cannabinoiden verunreinigt waren“, informiert Ibtasam Arif von der Pressestelle. Ein Jahr später habe sich die Anzahl der Gutachten verdoppelt, weitere psychoaktive Stoffe seien hinzugekommen.

Synthetische Cannabinoide spielten in den vergangenen Jahren eine wachsende Rolle bei den hiesigen Sicherstellungen, berichtet der LKA-Sprecher. Zunehmend würde damit so genanntes Nutz-Hanf versetzt, das im Inland zu medizinischen und Forschungszwecken legal angebaut werden kann; oder aber illegal importiertes minderwertiges Marihuana mit einem niedrigen THC-Gehalt. „Auffällig ist, dass auch sogenannte CBD-Produkte mit synthetischen Cannabinoiden versetzt werden, vermutlich um die Wirkung des fehlenden THC zu kompensieren.“ CBD-Produkte gelten als harmlos und sind frei verkäuflich in Apotheken erhältlich.

Gefahr der Überdosierung

Ein beunruhigender Trend. Denn mit den Originalsubstanzen Haschisch und Marihuana haben synthetische Cannabinoide wenig gemein. „Sie sind eine eigene Stoffgruppe“, sagt die Sprecherin des Sozialministeriums. Wie alle synthetischen Drogen wirkten sie bereits in kleinsten Mengen, damit steige die Gefahr der Überdosierung. In der Regel würden die Trägerstoffe damit besprüht, das mache sie unsichtbar. „Da Konsumierende bei Cannabis von einer im Verhältnis relativ ungefährlichen Substanz ausgehen“, sei der Konsum der damit behandelnden Substanzen besonders riskant.

Die Menge der synthetischen Zusätze schwanke und sei in ihrer Wirkung unberechenbar. Mit dramatischen Folgen: „Ungewollte Überdosierungen können von Übelkeit und Erbrechen bis zu Wahnvorstellungen oder Kreislaufzusammenbrüchen führen.“

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