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Hessens Politik fürchtet um kostbares Trinkwasser

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Von: Pitt von Bebenburg

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Das „Lebensmittel Nummer eins“ fließt in der Toilette.
Das „Lebensmittel Nummer eins“ fließt in der Toilette. © Ole Spata/dpa

Die Opposition im Hessischen Landtag fordert eine Pflicht zu Brauchwasserleitungen in Neubauten. Frischwasser soll nicht die Toiletten hinuntergespült werden.

Gutes Trinkwasser ist ein knappes Gut und sollte nicht die Toilette hinuntergespült werden. Darin ist sich die schwarz-grüne Koalition mit der Opposition im Hessischen Landtag einig.

„Trinkwasser ist zu kostbar, um es für die Toilettenspülung zu nutzen, und die Folgen der Klimakrise mahnen uns bereits heute, das zu beherzigen und sparsam mit diesem kostbaren Gut umzugehen“, sagte die Grünen-Umweltpolitikerin Martina Feldmayer am Mittwoch in einer Landtagsdebatte, die ihre Fraktion beantragt hatte. Gemeinsam mit Kommunen, Landwirtschaft und Umweltverbänden habe die Landesregierung ein entsprechendes „Leitbild“ entwickelt.

Pflicht zur Brauchwasserleitung

Die Regierung müsse aber deutlich mehr tun, um Trinkwasser zu sparen, befand die Opposition. So waren sich Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Linke) und Wiebke Knell (FDP) einig, dass der Einbau von Brauchwasserleitungen in Neubauten zur Pflicht werden müsse. Auch die Qualität des Trinkwassers müsse gesichert werden, fügte Florian Schneider (SPD) hinzu. Er forderte ebenso wie andere Oppositionsfraktionen, dass eine vierte Reinigungsstufe zum Standard in den Kläranlagen werden müsse.

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) erwiderte, solche Reinigungsstufen befänden sich an mehreren Orten in Genehmigungsverfahren. Wichtig sei ihr aber, „an der Quelle“ der Schadstoffbelastung anzusetzen, etwa indem die ökologische Landwirtschaft gefördert werde.

Gebühr für Wasserentnahme

Die Grünen Feldmayer und Hinz berichteten, dass die Koalition ein „Wasserentnahmegeld“ prüfe. Die Grünen fordern seit Jahren die Einführung eines sogenannen Wassercents. Er wäre von Unternehmen zu entrichten, die zum Beispiel für ihre Industrieproduktion Flusswasser nutzen.

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