Mund-Nasen-Bedeckungen müssen auch im Unterricht getragen werden.
+
Mund-Nasen-Bedeckungen müssen auch im Unterricht getragen werden.

Bildung

Hessens Linke verlangt kleinere Klassen

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
    schließen

Die Linke in Hessen will die Corona-Krise zu dauerhaften Veränderungen im Bildungssystem nutzen. Darüber beriet ein Online-Ratschlag am Wochenende.

Die hessische Linke will die Corona-Situation nutzen, um dauerhaft kleinere Klassen an den Schulen zu ermöglichen. 25 Schülerinnen und Schüler „in kaum belüftbaren Räumen“ seien nicht nur in Zeiten der Pandemie zu viel, sagte die Linken-Bildungspolitikerin Elisabeth Kula beim Onlineratschlag der Landespartei am Sonntag. Die Veranstaltung mit knapp 100 Teilnehmer:innen ersetzte einen eigentlich in Gießen vorgesehenen Parteitag.

Auch der Kasseler Lehrer David Redelberger, der der Linken und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) angehört, warb für dauerhaft kleinere Klassen. Das bringe „bessere Lernbedingungen“ für die Schülerinnen und Schüler sowie „weniger Stress“ für Lehrkräfte.

Die nordhessische Landtagsabgeordnete Heidemarie Scheuch-Paschkewitz wies darauf hin, dass die Schulen in den ländlichen Räumen mit besonderen Schwierigkeiten konfrontiert seien. So gebe es im Schwalm-Eder-Kreis fünf Schulen, „wo händeringend versucht wird, sie ans Glasfasernetz anzuschließen“. Dort fragten sich die Eltern, „wie digitaler Unterricht stattfinden soll“.

Unter finanziellen und technischen Problemen leiden auch Studierende, wie die Linke Desiree Becker aus Gießen schilderte. Oft verfügten sie nicht über genug Geld, um sich moderne Laptops zu leisten, die für digitale Seminare notwendig seien. Dies verschärfe sich, weil viele in der Pandemie ihre Jobs verloren hätten.

In dem Zehn-Punkte-Papier zur Corona-Pandemie der Linken heißt es: „Schulen und Kitas müssen so umgestaltet werden, dass Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher so gut wie möglich geschützt werden“, heißt es darin. Dafür müsse ermöglicht werden, dass Unterricht zeitversetzt erfolge und teilweise auf digitale Lernformen umgestellt werde. Das Papier wurde noch nicht verabschiedet.

Die Linke warnte davor, dass die Milliardenausgaben für die Bewältigung der Krise auf die breite Bevölkerung abgewälzt werden. Der Landesvorsitzende Jan Schalauske sagte: „Da droht ein neuer Klassenkampf von oben.“ Notwendig sei es, über eine Vermögensabgabe die Reichen zur Kasse zu bitten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare