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Modern unterrichten? Das Erscheinungsbild mancher Schulen scheint dem entgegenzustehen.
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Modern unterrichten? Das Erscheinungsbild mancher Schulen scheint dem entgegenzustehen.

Schule

Hessens Lehrkräfte sollen mehr lernen

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Der Hessische Landtag diskutiert über die Modernisierung von Lehramtsstudium und Referendariat. Kritik gibt es vor allem an der kurzen Studiendauer.

Die schwarz-grüne Landesregierung hat am Dienstag einen seit Jahren angekündigten Gesetzentwurf für die Modernisierung der Lehrkräftebildung in den hessischen Landtag eingebracht. Künftige Lehrer und Lehrerinnen sollen damit auf die veränderten Herausforderungen ihres Berufs vorbereitet werden. Redner und Rednerinnen der Opposition haben starke Zweifel, dass dies damit gelingen wird.

Integration von Schüler:innen mit nicht deutscher Muttersprache, Digitalisierung von Unterricht, Inklusion, Stärkung der Demokratiebildung, Erziehung zur Medienmündigkeit und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, Umgang mit vermehrt auftretenden psychischen Problemen und sozialen Verwerfungen: Die Liste der Aufgaben, die neu auf die Lehrkräfte zugekommen sind oder stark an Bedeutung gewonnen haben, ist lang und könnte fortgesetzt werden.

Praxissemester für alle Studierenden

Einig sind sich Hessens Landespolitiker:innen, dass die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte diesen Anforderungen angepasst werden soll. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte, man schaffe mit der Gesetzesnovelle eine Lehrkräfteausbildung aus einem Guss. Die unterschiedlichen Ausbildungsstationen würden miteinander vernetzt, es gebe mehr Praxisanteile im Studium und eine bessere Beratung und Begleitung der angehenden Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (Referendariat).

Sogenannte Querschnittsthemen sollen den gesamten Bildungsweg begleiten. Laut Gesetzentwurf sind das Integration, Bildungssprache Deutsch, Inklusion, Medienbildung, Digitalisierung, sozialpädagogische Förderung, berufliche Orientierung und Ganztagsschule.

Für die Grünen sagte Daniel May, die Verzahnung der Ausbildungsbereiche sowie die Neustrukturierung des Studiums brächten mehr Übersichtlichkeit, Planbarkeit und Vergleichbarkeit. Künftig solle für alle ein Praxissemester Pflicht werden, das in der zweiten Studienhälfte liegen werde. Zu Anfang des Studiums sollten die Studierenden ebenfalls in die Praxis hineinschnuppern können, um ihre Eignung als Pädagogen zu testen.

Christoph Degen (SPD) bemängelte, der Entwurf der Landesregierung sei verstaubt, das Studium überfrachtet. Er lobte zwar die verstärkte Zusammenarbeit der Ausbildungsstellen und ein Qualifizierungsprogramm für Quereinsteiger aus anderen Berufen. Jedoch müsse vor allem das Grundschulstudium verlängert werden.

Neue Inhalte wie Inklusion, Ganztag oder Bildung für nachhaltige Entwicklung seien nötig, könnten aber nicht alle in den vorgesehenen sieben Semestern untergebracht werden. Andere Bundesländer hätten dafür neun oder sogar zehn Semester vorgesehen. Zudem müssten inklusive Grundkompetenzen in allen Lehrämtern vermittelt werden.

Studium ist zu kurz

Auch Elisabeth Kula (Linke) und Moritz Promny (FDP) bezweifelten, dass die vergleichsweise kurze Studiendauer für die Vermittlung der nötigen Kompetenzen ausreiche.

Neu ist auch, dass Lehramtsstudierende eine Portfoliomappe führen sollen, in denen ihre besonderen Kompetenzen beschrieben werden. Diese Mappe soll sie ein Berufsleben lang begleiten. FDP-Politiker Promny merkte dazu spöttisch an, dass diese zunächst analog und erst digital geführt werden solle, „sofern“ dafür die „technischen Voraussetzungen“ gegeben seien. Das sei nicht mehr zeitgemäß.

Neu ist auch, dass Grundschullehrkräfte ein „Langfach“ studieren sollen, in dem sie sich besonders qualifizieren. Dieses sollen sie dann auch an weiterführenden Schulen unterrichten können. Auch dies benötige aber mehr Studienzeit, wie mehrere Redner:innen monierten.

Im Februar sollen im Landtag Experten und Expertinnen gehört werden. Das neue Lehrkräftebildungsgesetz könnte im März beschlossen werden.

Siehe „Das wahre Schulleben“ und Kommentar „Längst überfällige Modernisierung“

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